Der Weg zum neuen Stall – was zu beachten ist
Ein neuer Stall, beispielsweise für Rinder, ist in der Regel für einen landwirtschaftlichen Betrieb eine sehr große und für einen langen Zeitraum wirksame Investition, die ein landwirtschaftlicher Betrieb tätigen kann. Damit diese Entscheidung Freude bereitet und wirtschaftlich tragfähig ist, sollten zahlreiche Aspekte sorgfältig durchdacht werden. Die Landwirtschaftskammer ist dabei Ihr kompetenter Partner. Am 22. Oktober findet ein gemeinsames Seminar von Fachleuten aus der Betriebswirtschaft und der Bauberatung der Landwirtschaftskammer sowie dem Förderbereich des Amts der Kärntner Landesregierung statt. Es richtet sich in erster Linie an Landwirtinnen und Landwirte, die vor einer solchen Entscheidung stehen. Sollte eine Entscheidung zum Stallbau anstehen, ist es wichtig, dass diese Entscheidung neben den fachlichen Vorgaben auf Grund von Zahlen, Daten und Fakten getroffen wird. Dazu dient u. a. die Erstellung eines Betriebskonzeptes, wobei sich erfahrungsgemäß meist folgende Fragen auftun:
1| Ziele und Betriebsstrategie klären
Bevor der erste Strich auf dem Bauplan gemacht wird, sollte klar sein:
2| Tierwohl und Arbeitskomfort
Ein moderner Stall muss sowohl den Bedürfnissen der Tiere als auch jenen der Menschen gerecht werden:
3| Wirtschaftlichkeit und Förderung
Ein Stallbau ist teuer – umso wichtiger ist eine solide Finanzierung:
4| Genehmigungen und Bauplanung
5| Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit
Ein zukunftsfähiger Stall berücksichtigt: Energieeffizienz (z. B. Photovoltaik, Wärmerückgewinnung), Ressourcenschonung (z. B. Güllemanagement, Wassernutzung), Flexibilität für spätere Erweiterungen oder Umnutzungen aus bautechnischer Hinsicht. Aber besonders wichtig sind auch die Einschätzung der Marktentwicklung sowie die gesellschaftlichen Anforderungen, speziell was Tierwohlfragen betrifft.
6| Beratung nutzen – Fehler vermeiden
Viele Landwirte berichten im Nachhinein: „Hätten wir doch früher mit der Kammer gesprochen!“ Die Beratung durch die Landwirtschaftskammer bietet: unabhängige Expertise, Erfahrung aus vielen Projekten und individuelle Lösungen für jeden Betrieb. Daher: Ein neuer Stall kann ein großer Schritt in eine erfolgreiche Zukunft sein – wenn er gut geplant ist. Wer sich frühzeitig beraten lässt, realistische Ziele setzt und Tierwohl sowie Wirtschaftlichkeit im Blick behält, wird mit einem Stall belohnt, der nicht nur den Tieren, sondern auch den Menschen Freude macht.
1| Ziele und Betriebsstrategie klären
Bevor der erste Strich auf dem Bauplan gemacht wird, sollte klar sein:
- Wie viele Tiere, z. B. Rinder, sollen gehalten werden?
- Welche Haltungsform wird angestrebt? (z. B. Laufstall, Kombinationsstall, Weidehaltung)
- Welche Arbeitsorganisation ist geplant (z. B. Familienbetrieb, Fremdarbeitskräfte, Automatisierung)?
- Wie sieht die langfristige Betriebsentwicklung aus?
- Ein Stallbau sollte nicht nur den aktuellen Bedarf decken, sondern auch zukünftige Entwicklungen ermöglichen.
2| Tierwohl und Arbeitskomfort
Ein moderner Stall muss sowohl den Bedürfnissen der Tiere als auch jenen der Menschen gerecht werden:
- Licht, Luft, Liegekomfort: Gute Belüftung, ausreichend Tageslicht und komfortable Liegeboxen fördern Tiergesundheit und Leistung. Vor allem der mittlerweile immer wiederkehrende Hitzestress bildet für die Tierhaltung und die Konzeption eines Stalles eine große Herausforderung, nicht nur, was die richtigen und sinnvollen Maßnahmen betrifft, sondern auch die dadurch zusätzlich zu berücksichtigenden Kosten, die schwer kalkulierbar sind.
- Fütterung und Tränken: Automatisierte Systeme sparen Zeit und verbessern die Futteraufnahme.
- Arbeitswirtschaft: Kurze Wege, ergonomische Arbeitsplätze und Automatisierung (z. B. Melkroboter, Fütterungsroboter) entlasten die Arbeitskräfte.
3| Wirtschaftlichkeit und Förderung
Ein Stallbau ist teuer – umso wichtiger ist eine solide Finanzierung:
- Investitionskosten realistisch kalkulieren (inkl. Nebenkosten, Eigenleistungen, Reserven).
- Fördermöglichkeiten prüfen: Die Landwirtschaftskammer informiert über aktuelle Programme auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene.
- Betriebswirtschaftliche Beratung: Rentabilitätsberechnungen und Liquiditätsplanung helfen, Fehlentscheidungen zu vermeiden.
4| Genehmigungen und Bauplanung
- Ein Stallbau ist genehmigungspflichtig. Wichtig: frühzeitige Einbindung der Behörden.
- Berücksichtigung von Umweltauflagen, Emissionen und Nachbarschaftsschutz.
- Zusammenarbeit mit erfahrenen Planern, Architekten, Beraterinnen und Beratern der Landwirtschaftskammer.
5| Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit
Ein zukunftsfähiger Stall berücksichtigt: Energieeffizienz (z. B. Photovoltaik, Wärmerückgewinnung), Ressourcenschonung (z. B. Güllemanagement, Wassernutzung), Flexibilität für spätere Erweiterungen oder Umnutzungen aus bautechnischer Hinsicht. Aber besonders wichtig sind auch die Einschätzung der Marktentwicklung sowie die gesellschaftlichen Anforderungen, speziell was Tierwohlfragen betrifft.
6| Beratung nutzen – Fehler vermeiden
Viele Landwirte berichten im Nachhinein: „Hätten wir doch früher mit der Kammer gesprochen!“ Die Beratung durch die Landwirtschaftskammer bietet: unabhängige Expertise, Erfahrung aus vielen Projekten und individuelle Lösungen für jeden Betrieb. Daher: Ein neuer Stall kann ein großer Schritt in eine erfolgreiche Zukunft sein – wenn er gut geplant ist. Wer sich frühzeitig beraten lässt, realistische Ziele setzt und Tierwohl sowie Wirtschaftlichkeit im Blick behält, wird mit einem Stall belohnt, der nicht nur den Tieren, sondern auch den Menschen Freude macht.
LK-Beratung
Sie haben Interesse, für Ihr geplantes Vorhaben eine Wirtschaftlichkeits- und Finanzierungsberechnung durchzuführen? Wir beraten Sie gerne!
Dipl.-Ing. Hartwig Winkler hartwig.winkler@lk-kaernten.at, 0463/58 50-14 06
Dipl.-Ing. Hartwig Winkler hartwig.winkler@lk-kaernten.at, 0463/58 50-14 06
LFI-Angebot
Das Seminar „Der Weg zum neuen Stall – was ist zu beachten?“ bietet alle wichtigen Infos rund ums Thema Investieren und Finanzieren an einem Tag: Von der Wirtschaftlichkeit und Finanzierung bis hin zur aktuellen Fördersituation und baulichen Aspekten vermitteln Experten alle wesentlichen Informationen und stehen für Fragen zur Verfügung. Abgerundet werden die theoretischen Inhalte mit einer anschließenden Betriebsvorstellung und -besichtigung am Nachmittag.
Termin: Donnerstag, 22. Oktober, 9 bis 16 Uhr
Ort: Bildungshaus Schloss Krastowitz, anschließend Betriebsbesuch bei Familie Gössinger in Liebenfels.
Anmeldung: LFI Kärnten
Termin: Donnerstag, 22. Oktober, 9 bis 16 Uhr
Ort: Bildungshaus Schloss Krastowitz, anschließend Betriebsbesuch bei Familie Gössinger in Liebenfels.
Anmeldung: LFI Kärnten
Klimafitte Ställe und praxistaugliche Lösungen
Drei Fragen an Ing. Eduard Zentner, Höhere Bildungs- und Forschungsanstalt Raumberg-Gumpenstein
1. Sind „klimafitte Ställe “ nach dieser Dürrekatastrophe wichtiger denn je?
Genau, es ist selbsterklärend, Hitzetage nehmen zu und stellen Tiere sowie Betriebsleiter vor große Herausforderungen. Mit einer Stallplanung, die den alljährlichen größer werdenden Hitzestress berücksichtigt, können Tierwohl, Leistung und Arbeitskomfort nachhaltig verbessert werden.
2. Müssen Landwirte dafür immer teuer umbauen?
Nein. Oft lassen sich bereits mit einfachen Maßnahmen bei Lüftung, Beschattung oder Luftführung spürbare Verbesserungen erzielen. Wichtig ist, die passende Lösung für den jeweiligen Betrieb zu finden.
3. Was nehmen die Teilnehmer von Ihrem Vortrag mit nach Hause?
Viele praktische Beispiele aus der Landwirtschaft und konkrete Empfehlungen, die sich direkt umsetzen lassen. Mein Ziel ist es zu zeigen, wie klimafitte Ställe wirtschaftlich und praxistauglich gestaltet werden können.
1. Sind „klimafitte Ställe “ nach dieser Dürrekatastrophe wichtiger denn je?
Genau, es ist selbsterklärend, Hitzetage nehmen zu und stellen Tiere sowie Betriebsleiter vor große Herausforderungen. Mit einer Stallplanung, die den alljährlichen größer werdenden Hitzestress berücksichtigt, können Tierwohl, Leistung und Arbeitskomfort nachhaltig verbessert werden.
2. Müssen Landwirte dafür immer teuer umbauen?
Nein. Oft lassen sich bereits mit einfachen Maßnahmen bei Lüftung, Beschattung oder Luftführung spürbare Verbesserungen erzielen. Wichtig ist, die passende Lösung für den jeweiligen Betrieb zu finden.
3. Was nehmen die Teilnehmer von Ihrem Vortrag mit nach Hause?
Viele praktische Beispiele aus der Landwirtschaft und konkrete Empfehlungen, die sich direkt umsetzen lassen. Mein Ziel ist es zu zeigen, wie klimafitte Ställe wirtschaftlich und praxistauglich gestaltet werden können.