Gemeiner Stechapfel: Jede Pflanze zählt
Datura
stramonium) tritt in Österreich
zunehmend als Problemunkraut
auf. Als wärmeliebender
Spätkeimer findet
man ihn vor allem in Sommerkulturen
wie Sojabohne, Mais,
Kartoffel, Sonnenblume, Hirse
und Feldgemüse.
Problematisch sind vor allem
die enthaltenen Tropanalkaloide
Atropin und Scopolamin.
Gelangen Samen oder Pflanzenteile
ins Erntegut, kann es
zu einer Belastung kommen.
Deshalb ist es wichtig, die Bestände
auch kurz vor der Ernte
noch einmal genau zu kontrollieren.
Warum ist der Stechapfel problematisch?
Alle Pflanzenteile des Stechapfels
enthalten giftige Tropanalkaloide.
Diese können bei
Menschen und Tieren unter
anderem Übelkeit, Benommenheit,
Sehstörungen und
Herz-Kreislauf-Beschwerden
auslösen.
Kritisch wird es vor allem bei
der Ernte: Werden Pflanzen
mitgedroschen, können Samen,
Pflanzenteile und Pflanzensaft
ins Erntegut gelangen.
Die Samen lassen sich bei der
Reinigung zwar weitgehend
entfernen. Eine Belastung
durch bereits ausgetretenen
Pflanzensaft kann dadurch jedoch
nicht vollständig beseitigt
werden.
Deshalb gilt: Stechapfel möglichst
vor der Ernte aus dem Bestand
entfernen.
So erkennen Sie den Stechapfel
Der Stechapfel keimt bei höheren
Temperaturen meist ab
Mai. Er kann wenige Zentimeter
bis über 1,5 Meter hoch werden.
Typische Merkmale sind:
Typische Merkmale sind:
- große, dunkelgrüne, unregelmäßig gezähnte Blätter
- weiße bis leicht violette, trompetenförmige Blüten
- auffällige, dicht bestachelte Kapselfrüchte
- dunkelbraune bis schwarze Samen
- unangenehmer Geruch beim Zerreiben der Blätter
Wie sich der Stechapfel ausbreitet
Der Stechapfel kommt mittlerweile
in allen Bundesländern
vor. Schwerpunkte liegen
in den warmen Tieflagen Ostösterreichs,
insbesondere im
nördlichen Burgenland und
im östlichen Niederösterreich.
Auch in anderen Regionen
wird er zunehmend beobachtet.
Die Samen verbreiten sich im Nahbereich über die Samenkapseln. Über weitere Strecken werden sie vor allem mit Erntemaschinen, Bodenbearbeitungsgeräten, Erde oder Transportmitteln verschleppt. Auch außerhalb landwirtschaftlicher Flächen kann der Stechapfel vorkommen – etwa auf Komposthaufen, Lagerflächen, städtischen Brachflächen oder in aufgelassenen Gärten. Solche Standorte können ebenfalls Ausgangspunkte für einen Befall angrenzender landwirtschaftlicher Flächen sein.
Eine einzelne Pflanze kann mehrere tausend Samen bilden. Diese bleiben über Jahre keimfähig und sorgen damit auch in den Folgejahren für neuen Befall.
Die Samen verbreiten sich im Nahbereich über die Samenkapseln. Über weitere Strecken werden sie vor allem mit Erntemaschinen, Bodenbearbeitungsgeräten, Erde oder Transportmitteln verschleppt. Auch außerhalb landwirtschaftlicher Flächen kann der Stechapfel vorkommen – etwa auf Komposthaufen, Lagerflächen, städtischen Brachflächen oder in aufgelassenen Gärten. Solche Standorte können ebenfalls Ausgangspunkte für einen Befall angrenzender landwirtschaftlicher Flächen sein.
Eine einzelne Pflanze kann mehrere tausend Samen bilden. Diese bleiben über Jahre keimfähig und sorgen damit auch in den Folgejahren für neuen Befall.
Späte Keimung
Der Stechapfel keimt vergleichsweise
spät. Wenn die
Kultur bereits gut entwickelt
ist, können noch neue Pflanzen
auflaufen. Dadurch werden
sie bei den üblichen Kontrollen
und Bekämpfungsmaßnahmen
leicht übersehen.
Gerade in Sojabohne, Mais und anderen Sommerkulturen können einzelne Pflanzen bis zur Ernte stehen bleiben und dann mitgedroschen werden.
Eine Kontrolle kurz vor der Ernte sollte deshalb nicht fehlen.
Gerade in Sojabohne, Mais und anderen Sommerkulturen können einzelne Pflanzen bis zur Ernte stehen bleiben und dann mitgedroschen werden.
Eine Kontrolle kurz vor der Ernte sollte deshalb nicht fehlen.
Was können Sie tun?
1. Bestände kontrollieren
Kontrollieren Sie Sommerkulturen regelmäßig und besonders vor der Ernte. Achten Sie dabei nicht nur auf den Bestand, sondern auch auf Feldränder, Vorgewende, Feldraine und angrenzende Flächen.
2. Einzelpflanzen entfernen
Einzelne Pflanzen sollten möglichst früh und jedenfalls vor der Samenbildung entfernt werden. Am besten wird die gesamte Pflanze mit der Wurzel ausgerissen oder ausgegraben. Wegen der Giftigkeit sollten dabei Schutzhandschuhe getragen und Hautkontakt vermieden werden.
3. Pflanzen nicht am Feld liegen lassen
Vor allem Pflanzen mit bereits entwickelten Früchten sollten nicht einfach am Feld liegen bleiben. Die Samen können nachreifen und zur weiteren Ausbreitung beitragen. Bei der Entsorgung ist darauf zu achten, dass keine Samen verschleppt werden.
4. Maschinen sauber halten
Stechapfelsamen können mit Erde und Erntegut an Maschinen haften bleiben und so auf andere Flä-chen gelangen. Deshalb auf eine gründliche Reinigung von Ernte- und Bodenbearbeitungsgeräten nach Einsätzen auf befallenen Flächen achten.
5. Fruchtfolge und dichte Bestände nutzen
Ein Wechsel von Sommerungen und Winterungen kann den Befallsdruck verringern. Dichte, gut entwickelte Bestände können den Stechapfel zusätzlich unterdrücken. Je nach Kultur und Zulassung können mechanische Maßnahmen oder geeignete Herbizide ergänzend eingesetzt werden.
Kontrollieren Sie Sommerkulturen regelmäßig und besonders vor der Ernte. Achten Sie dabei nicht nur auf den Bestand, sondern auch auf Feldränder, Vorgewende, Feldraine und angrenzende Flächen.
2. Einzelpflanzen entfernen
Einzelne Pflanzen sollten möglichst früh und jedenfalls vor der Samenbildung entfernt werden. Am besten wird die gesamte Pflanze mit der Wurzel ausgerissen oder ausgegraben. Wegen der Giftigkeit sollten dabei Schutzhandschuhe getragen und Hautkontakt vermieden werden.
3. Pflanzen nicht am Feld liegen lassen
Vor allem Pflanzen mit bereits entwickelten Früchten sollten nicht einfach am Feld liegen bleiben. Die Samen können nachreifen und zur weiteren Ausbreitung beitragen. Bei der Entsorgung ist darauf zu achten, dass keine Samen verschleppt werden.
4. Maschinen sauber halten
Stechapfelsamen können mit Erde und Erntegut an Maschinen haften bleiben und so auf andere Flä-chen gelangen. Deshalb auf eine gründliche Reinigung von Ernte- und Bodenbearbeitungsgeräten nach Einsätzen auf befallenen Flächen achten.
5. Fruchtfolge und dichte Bestände nutzen
Ein Wechsel von Sommerungen und Winterungen kann den Befallsdruck verringern. Dichte, gut entwickelte Bestände können den Stechapfel zusätzlich unterdrücken. Je nach Kultur und Zulassung können mechanische Maßnahmen oder geeignete Herbizide ergänzend eingesetzt werden.
Weiterführende Informationen
Das von der AGES geleitete
und vom BMLUK finanzierte
Forschungsprojekt StopDatura
lief von Juni 2023 bis Juni
2026. Im Projekt wurde untersucht,
wie sich der Stechapfel
in Österreich besser erfassen,
erkennen und bekämpfen lässt
und wie eine Belastung des
Ernteguts mit Tropanalkaloiden
vermieden werden kann.
Dazu wurden unter anderem das Vorkommen und die Ausbreitung des Stechapfels, die Erkennung von Pflanzen mit Drohnen und automatisierter Bilderkennung sowie Schnelltests für Tropanalkaloide im Erntegut untersucht. Die Ergebnisse und Empfehlungen für die Praxis wurden in einem Leitfaden zusammengefasst.
Dazu wurden unter anderem das Vorkommen und die Ausbreitung des Stechapfels, die Erkennung von Pflanzen mit Drohnen und automatisierter Bilderkennung sowie Schnelltests für Tropanalkaloide im Erntegut untersucht. Die Ergebnisse und Empfehlungen für die Praxis wurden in einem Leitfaden zusammengefasst.