Hoftiere mal anders
Wenn Tiere am Hof nicht
nur Teil der Produktion sind,
sondern gezielt in pädagogischen,
sozialen oder therapeutischen
Angeboten eingesetzt
werden, eröffnet sich für landwirtschaftliche
Betriebe ein interessantes
Diversifizierungsfeld.
Voraussetzung dafür sind
geeignete Tiere, passende Rahmenbedingungen
sowie die erforderlichen
Qualifikationen.
Mit Green Care hat sich in den
vergangenen Jahren ein zusätzlicher
Betriebszweig etabliert.
Dabei werden Ressourcen des
Bauernhofs wie Tiere, Gärten,
Wälder oder hofeigene Produkte
für gesundheitsfördernde,
pädagogische oder soziale Angebote
genutzt. Österreichweit
gibt es bereits mehr als 150 zertifizierte
Green-Care-Betriebe.
Tiere spielen dabei eine zentrale
Rolle, da sie zu den wichtigsten
Ressourcen landwirtschaftlicher
Betriebe zählen.
Zwei Formen tiergestützter Angebote
Im Rahmen von Green Care
wird zwischen Tiergestützter
Aktivität am Hof (TGA) und
Tiergestützter Intervention am
Hof (TGI) unterschieden.
Die Tiergestützte Aktivität am Hof richtet sich an Menschen aller Altersgruppen. Im Mittelpunkt stehen Begegnung, Erlebnis und Wissensvermittlung. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen Tiere kennen, beobachten, versorgen und pflegen sie und erhalten Einblicke in den bäuerlichen Alltag. Ein individueller Förderauftrag steht dabei nicht im Vordergrund. Voraussetzung ist eine tiergestützte Ausbildung mit mindestens 100 Unterrichtseinheiten.
Die Tiergestützte Intervention am Hof geht darüber hinaus. Tiere werden gezielt im Rahmen von Pädagogik, Sozialarbeit, Beratung oder Therapie eingesetzt, um Menschen in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Die Angebote sind geplant, zielgerichtet und werden dokumentiert. Einsatzbereiche reichen von Schule und Kinderbetreuung über Behinderten- und Jugendhilfe bis hin zu gesundheitsbezogenen Angeboten und Coaching. Voraussetzung sind ein entsprechender Grundberuf sowie eine tiergestützte Ausbildung mit mindestens 200 Unterrichtseinheiten.
Dass solche Angebote Wirkung zeigen können, bestätigt eine Begleitstudie der Universität Graz. In einem Schulprojekt wurden bei Kindern Verbesserungen in Aufmerksamkeit, Sozialverhalten, Regelverständnis, Einfühlungsvermögen und Selbststeuerung festgestellt.
Für die Umsetzung ist die rechtliche Zuordnung entscheidend. Bildungsangebote rund ums Tier können als freie Tätigkeit gelten, wenn die Wissensvermittlung im Vordergrund steht. Erlebnisangebote, etwa Ferienprogramme oder Kindergeburtstage am Bauernhof, fallen meist unter ein freies Gewerbe. Tiergestützte Interventionen sind dagegen an entsprechende Grundberufe oder reglementierte Gewerbe gebunden.
Die Tiergestützte Aktivität am Hof richtet sich an Menschen aller Altersgruppen. Im Mittelpunkt stehen Begegnung, Erlebnis und Wissensvermittlung. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen Tiere kennen, beobachten, versorgen und pflegen sie und erhalten Einblicke in den bäuerlichen Alltag. Ein individueller Förderauftrag steht dabei nicht im Vordergrund. Voraussetzung ist eine tiergestützte Ausbildung mit mindestens 100 Unterrichtseinheiten.
Die Tiergestützte Intervention am Hof geht darüber hinaus. Tiere werden gezielt im Rahmen von Pädagogik, Sozialarbeit, Beratung oder Therapie eingesetzt, um Menschen in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Die Angebote sind geplant, zielgerichtet und werden dokumentiert. Einsatzbereiche reichen von Schule und Kinderbetreuung über Behinderten- und Jugendhilfe bis hin zu gesundheitsbezogenen Angeboten und Coaching. Voraussetzung sind ein entsprechender Grundberuf sowie eine tiergestützte Ausbildung mit mindestens 200 Unterrichtseinheiten.
Dass solche Angebote Wirkung zeigen können, bestätigt eine Begleitstudie der Universität Graz. In einem Schulprojekt wurden bei Kindern Verbesserungen in Aufmerksamkeit, Sozialverhalten, Regelverständnis, Einfühlungsvermögen und Selbststeuerung festgestellt.
Für die Umsetzung ist die rechtliche Zuordnung entscheidend. Bildungsangebote rund ums Tier können als freie Tätigkeit gelten, wenn die Wissensvermittlung im Vordergrund steht. Erlebnisangebote, etwa Ferienprogramme oder Kindergeburtstage am Bauernhof, fallen meist unter ein freies Gewerbe. Tiergestützte Interventionen sind dagegen an entsprechende Grundberufe oder reglementierte Gewerbe gebunden.
Praxisbeispiele aus Niederösterreich
Am tierapie®-Hof in Eggenburg
arbeiten Doris und Romana
Gilli mit Menschen, die
von psychischen oder psychosomatischen
Erkrankungen sowie
traumatischen Erfahrungen
betroffen sind. Pferde, Esel,
Schafe und weitere Therapietiere
unterstützen dabei therapeutische
Prozesse.
Auf dem Gestüt Haspelwald
in Perschling bietet Elke Summer
pferdegestützte Coachings
für Frauen an. Im Fokus stehen
Themen wie Resilienz, Klarheit,
Vertrauen, Führung und
Kommunikation. Reiterfahrung
ist dafür nicht erforderlich.
Qualität durch Zertifizierung
Seit 2015 gibt es ein österreichweit
etabliertes Green-
Care-Zertifizierungssystem.
Betriebe werden anhand definierter
Qualitätskriterien geprüft.
Bewertet werden unter
anderem Hofsicherheit, Qualifikation
der Anbieterinnen
und Anbieter sowie die Einhaltung
rechtlicher Vorgaben.
Werden Tiere aktiv eingesetzt,
ist zusätzlich eine Nutztierprüfung
erforderlich.
Green Care ist nicht für jeden
Betrieb der richtige Weg.
Wo jedoch Tiere, Hofumfeld
und Qualifikationen zusammenpassen,
kann daraus ein
tragfähiges zusätzliches Standbein
entstehen. Tiergestützte
Angebote zeigen, wie vorhandene
Ressourcen innovativ genutzt
werden können und eröffnen
neue Perspektiven für
die Weiterentwicklung landwirtschaftlicher
Betriebe.
Quelle: Aleksanyan et al. (2024), Universität Graz
Quelle: Aleksanyan et al. (2024), Universität Graz