Neue genomische Techniken (NGT)
Die Landwirtschaft steht unter Druck: Klimawandel, steigender Schädlingsdruck und gesellschaftliche Erwartungen fordern neue Lösungen. In diesem Spannungsfeld rücken sogenannte Neue genomische Techniken (NGT) zunehmend in den Fokus. Die Europäische Union arbeitet derzeit an einem neuen Rechtsrahmen, der diese Züchtungsmethoden künftig regeln soll. Dieser bringt weitreichende Folgen auch für Österreichs Landwirtschaft.
Was bedeutet „NGT“ überhaupt?
NGT umfassen moderne Verfahren der Pflanzenzüchtung, mit denen gezielt einzelne Veränderungen im Erbgut vorgenommen werden können. Anders als bei der klassischen Gentechnik wird dabei meist kein fremdes genetisches Material eingebaut. Stattdessen werden vorhandene Eigenschaften gezielt verändert oder verstärkt. Verfahren wie CRISPR/Cas ermöglichen dabei eine schnellere und präzisere Züchtung.
Warum gibt es jetzt 2 Kategorien?
Die EU will diese Techniken künftig differenziert behandeln und unterscheidet zwischen zwei Kategorien. Pflanzen der Kategorie NGT-1 weisen Veränderungen auf, die grundsätzlich auch durch konventionelle Züchtung entstehen könnten. Gleichzeitig gelten klare Grenzen: Es sind nur wenige gezielte Veränderungen erlaubt, Fremdgene dürfen nicht eingebracht werden, und Eigenschaften wie Herbizidtoleranz oder insektizide Wirkungen sind ausgeschlossen. Solche Pflanzen sollen rechtlich weitgehend wie herkömmliche Sorten behandelt werden.
Komplexere Eingriffe fallen unter NGT-2 und bleiben weiterhin streng reguliert wie klassische gentechnisch veränderte Organismen.
Welche Chancen eröffnen sich für die Praxis?
Mit der neuen Regelung verfolgt die EU das Ziel, Innovation zu fördern und die Landwirtschaft widerstandsfähiger zu machen. Pflanzen könnten künftig besser mit Trockenheit oder Krankheiten umgehen und stabilere Erträge liefern. Gleichzeitig besteht die Hoffnung, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren und die Abhängigkeit von Importen zu verringern. Auch für Betriebe ergeben sich daraus Chancen. Neue Sorten könnten schneller verfügbar sein, und gewünschte Eigenschaften lassen sich gezielter entwickeln. Das könnte die Produktion effizienter machen und neue wirtschaftliche Perspektiven eröffnen.
Welche Herausforderungen bringen NGT, besonders für Bio?
Gleichzeitig bleiben viele Fragen offen. Besonders wichtig ist die Koexistenz unterschiedlicher Produktionssysteme. Die Bio-Landwirtschaft soll weiterhin NGT-frei bleiben. In der Praxis wird es jedoch schwieriger, diese Trennung sicherzustellen, wenn entsprechende Produkte am Markt sind und nicht immer eindeutig nachgewiesen werden können. Getrennte Warenströme, mehr Kontrollen und Dokumentation könnten die Folge sein. Dies ist meist verbunden mit höheren Kosten.
Auch die Patentfrage sorgt für Diskussion. NGT-Pflanzen können geschützt werden, was Abhängigkeiten von Saatgutunternehmen verstärken und sich in den Saatgutpreisen niederschlagen könnte. Hinzu kommt die Rolle des Marktes. Ob Konsumentinnen und Konsumenten diese Technologien akzeptieren und wie sich das bisher wichtige Argument „gentechnikfrei“ entwickelt, ist derzeit offen.
Wieviel nationaler Spielraum bleibt?
In Österreich ist die Ausgangslage besonders sensibel. Die bisherige Linie war gegenüber neuen gentechnischen Verfahren kritisch. Gleichzeitig gilt: Eine EU-Verordnung ist unmittelbar anzuwenden, nationale Sonderwege sind insbesondere bei NGT-1 kaum möglich. Produkte könnten daher über den Binnenmarkt verfügbar sein, auch ohne heimischen Anbau.
Wie geht es weiter?
Für die Betriebe wird sich die zentrale Frage in den nächsten Jahren verschieben: Nicht, ob NGT kommen, sondern wie man als Betrieb damit umgeht. Werden neue Sorten genutzt, um Erträge abzusichern und Risiken zu reduzieren? Oder bleibt man bewusst in einem NGT-freien Segment, mit klarer Marktposition, aber auch steigenden Anforderungen?
Fest steht: Neue genomische Techniken sind Teil einer langfristigen Entwicklung in der Landwirtschaft. Sie eröffnen Chancen, bringen aber auch Unsicherheiten mit sich. Umso wichtiger ist es, sich frühzeitig damit auseinanderzusetzen und die weitere Entwicklung aktiv mitzugestalten.
Was bedeutet „NGT“ überhaupt?
NGT umfassen moderne Verfahren der Pflanzenzüchtung, mit denen gezielt einzelne Veränderungen im Erbgut vorgenommen werden können. Anders als bei der klassischen Gentechnik wird dabei meist kein fremdes genetisches Material eingebaut. Stattdessen werden vorhandene Eigenschaften gezielt verändert oder verstärkt. Verfahren wie CRISPR/Cas ermöglichen dabei eine schnellere und präzisere Züchtung.
Warum gibt es jetzt 2 Kategorien?
Die EU will diese Techniken künftig differenziert behandeln und unterscheidet zwischen zwei Kategorien. Pflanzen der Kategorie NGT-1 weisen Veränderungen auf, die grundsätzlich auch durch konventionelle Züchtung entstehen könnten. Gleichzeitig gelten klare Grenzen: Es sind nur wenige gezielte Veränderungen erlaubt, Fremdgene dürfen nicht eingebracht werden, und Eigenschaften wie Herbizidtoleranz oder insektizide Wirkungen sind ausgeschlossen. Solche Pflanzen sollen rechtlich weitgehend wie herkömmliche Sorten behandelt werden.
Komplexere Eingriffe fallen unter NGT-2 und bleiben weiterhin streng reguliert wie klassische gentechnisch veränderte Organismen.
Welche Chancen eröffnen sich für die Praxis?
Mit der neuen Regelung verfolgt die EU das Ziel, Innovation zu fördern und die Landwirtschaft widerstandsfähiger zu machen. Pflanzen könnten künftig besser mit Trockenheit oder Krankheiten umgehen und stabilere Erträge liefern. Gleichzeitig besteht die Hoffnung, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren und die Abhängigkeit von Importen zu verringern. Auch für Betriebe ergeben sich daraus Chancen. Neue Sorten könnten schneller verfügbar sein, und gewünschte Eigenschaften lassen sich gezielter entwickeln. Das könnte die Produktion effizienter machen und neue wirtschaftliche Perspektiven eröffnen.
Welche Herausforderungen bringen NGT, besonders für Bio?
Gleichzeitig bleiben viele Fragen offen. Besonders wichtig ist die Koexistenz unterschiedlicher Produktionssysteme. Die Bio-Landwirtschaft soll weiterhin NGT-frei bleiben. In der Praxis wird es jedoch schwieriger, diese Trennung sicherzustellen, wenn entsprechende Produkte am Markt sind und nicht immer eindeutig nachgewiesen werden können. Getrennte Warenströme, mehr Kontrollen und Dokumentation könnten die Folge sein. Dies ist meist verbunden mit höheren Kosten.
Auch die Patentfrage sorgt für Diskussion. NGT-Pflanzen können geschützt werden, was Abhängigkeiten von Saatgutunternehmen verstärken und sich in den Saatgutpreisen niederschlagen könnte. Hinzu kommt die Rolle des Marktes. Ob Konsumentinnen und Konsumenten diese Technologien akzeptieren und wie sich das bisher wichtige Argument „gentechnikfrei“ entwickelt, ist derzeit offen.
Wieviel nationaler Spielraum bleibt?
In Österreich ist die Ausgangslage besonders sensibel. Die bisherige Linie war gegenüber neuen gentechnischen Verfahren kritisch. Gleichzeitig gilt: Eine EU-Verordnung ist unmittelbar anzuwenden, nationale Sonderwege sind insbesondere bei NGT-1 kaum möglich. Produkte könnten daher über den Binnenmarkt verfügbar sein, auch ohne heimischen Anbau.
Wie geht es weiter?
Für die Betriebe wird sich die zentrale Frage in den nächsten Jahren verschieben: Nicht, ob NGT kommen, sondern wie man als Betrieb damit umgeht. Werden neue Sorten genutzt, um Erträge abzusichern und Risiken zu reduzieren? Oder bleibt man bewusst in einem NGT-freien Segment, mit klarer Marktposition, aber auch steigenden Anforderungen?
Fest steht: Neue genomische Techniken sind Teil einer langfristigen Entwicklung in der Landwirtschaft. Sie eröffnen Chancen, bringen aber auch Unsicherheiten mit sich. Umso wichtiger ist es, sich frühzeitig damit auseinanderzusetzen und die weitere Entwicklung aktiv mitzugestalten.
Kontakt
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Sarah Scheiblmair BSc
Gumpendorfer Straße 15
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sarah.scheiblmair@lk-wien.at
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