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Rinderhaltung: Tiefbox oder Hochbox?

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03.02.2026 | von Dr. Marco Horn, BEd

Der Liegeboxenlaufstall ist das verbreitetste Haltungssystem für Milchkühe. Für alle Betriebe, die ihre Rinder im Liegeboxenlaufstall halten, gilt es aber eine Grundsatzfrage zu klären: Tiefbox oder Hochbox?

Liegeboxen (c) Maria Wieseneder/BBK Melk.jpg © Maria Wieseneder/BBK Melk
Die richtige Einstreu bzw. Liegematratze spielt für den Kuhkomfort eine elementare Rolle. © Maria Wieseneder/BBK Melk

Die Liegebox als Schlüsselbereich im Laufstall

Kühe wollen 12-14 Stunden am Tag liegen. Das macht die Liegebox zum wichtigsten Funktionsbereich im Laufstall. Kühe wollen eine weiche, trockene, saubere und rutschfeste Liegefläche. Ebenso wichtig sind die Einstellungen der Steuerungselemente der Liegebox. Liegelänge, Position des Nackenrohrs, Form des Trennbügels und Ausführung der Bugschwelle sind hier für den Liegekomfort entscheidende Kriterien. Natürlich muss auch ein ausreichendes Angebot an Liegeplätzen (mindestens eine Liegebox pro Tier) vorhanden sein. Eine Überbelegung der Liegeboxen führt nicht nur zu massivem Stress im Stall, sondern widerspricht auch den Vorgaben der Tierhaltungsverordnung.

Worauf man bei der Liegebox achten soll

  • weiche, trockene, saubere und rutschfeste Liegefläche
  • ausreichendes Angebot an Liegeboxen (mindestens eine Liegebox pro Tier)
  • optimale Maße und Einstellung der Steuerungselemente der Liegebox

Tiefboxen: Entscheidend ist die Pflege

Zahlreiche Untersuchungen haben ergeben, dass Kühe gut gepflegte Tiefboxen bevorzugen. Diese bieten ihnen eine weiche, trockene und rutschfeste Liegefläche. In einer Tiefbox kann mit verschiedenen organischen Matratzen gearbeitet werden: Stroh-Mist-Matratze, Kalk-Stroh-Matratze oder Güllefeststoffe (allein oder in Mischungen). Entscheidend ist die tägliche Pflege.

Täglich müssen die Tiefboxen von eventuellen Verschmutzungen befreit werden. Bei einer Stroh-Mist-Matratze wird aus der Box getragenes, mit Mist vermengtes Stroh, wieder in den vorderen Bereich der Tiefbox geworfen und mit frischem Stroh zugedeckt. Dadurch bleibt die Tiefbox im vorderen Bereich gut gefüllt und weich. Dafür sollte im Kopfbereich immer ein Strohvorrat vorhanden sein. Für den Aufbau einer stabilen Matratze eignet sich längeres Stroh besser, als kurz geschnittenes. Um Muldenbildung zu vermeiden, ist es wichtig an den Rand der Box gedrücktes Material wieder in die Mitte zu bringen.

Bei Kalk-Stroh-Matratzen und Güllefeststoffen beschränkt sich die Liegeboxenpflege auf das Entfernen von Verschmutzungen und das Einebnen der Liegefläche. Dafür werden diese Tiefboxen in ein- bis zweiwöchigen Intervallen nachgestreut und die Boxen wieder aufgefüllt, entweder mit einer frisch gemischten Stroh-Kalk-Wasser-Mischung und frisch separierten Güllefeststoffen. Dafür ist die Befahrbarkeit der Laufgänge unabdingbar. Für alle Tiefboxen gilt, je stärker die Matratze, desto stabiler und widerstandsfähiger ist diese. Ziel ist eine mind. 30 cm starke organische Matratze.

Hochboxen: Matratze aus Gummi oder Kunststoff

In Hochboxen wird die organische Matratze durch eine Auflage aus Gummi oder Kunststoff ersetzt. Dabei kommen entweder Gummimatten oder mit unterschiedlichen Materialien gefüllte, bis zu 10 cm starke, Kuhmatratzen zum Einsatz. Diese werden nach vorne leicht ansteigend eingebaut. Um Gelenksschäden vorzubeugen, müssen auch Hochboxen eingestreut werden. Dafür eignet sich kurz gehäckseltes Stroh. Die tägliche Pflege besteht aus dem Entfernen von Verschmutzungen und Nachstreuen. Dementsprechend ist der tägliche Arbeitsaufwand für die Liegeboxenpflege bei Hochboxen geringer als bei Tiefboxen, ebenso wie die Menge des benötigten Einstreumaterials. Demgegenüber stehen aber die Anschaffungskosten der Gummimatte oder Kuhmatratze.

Vor- und Nachteile der Liegeboxen auf einen Blick

Tiefbox Hochbox
Vorteile Geringere Investitionskosten Weniger Pflegeaufwand
Weiches, trockenes Liegen Weniger Einstreubedarf
Nachteile Höherer Pflegeaufwand Höhere Investitionskosten
Höherer Einstreubedarf Begrenzte Haltbarkeit der Beläge

Fazit: Gut gepflegte Tiefboxen sind der Ferrari für den Kuhkomfort

Aus Sicht des Kuhkomforts sind gut gepflegte Tiefboxen der Gold-Standard. Allerdings braucht es eine stabile Arbeitsorganisation am Betrieb, um die tägliche Pflege und das Nachstreuen verlässlich zu erledigen. Hochboxen hingegen lassen sich mit weniger Arbeitsaufwand betreiben, verursachen aber höhere Investitionskosten. Außerdem müssen auch Hochboxen täglich eingestreut werden um Gelenksschäden vorzubeugen.
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