Tief vs. flach - Bodenbearbeitung vor Zwischenfrüchten
Eine Möglichkeit ohne vorherige Bodenbearbeitung ist die Aussaat der Zwischenfrucht per Drohne kurz vor der Ernte der Hauptkultur. Bei Einhaltung bestimmter Faktoren (Artenwahl, Saatzeitpunkt, Erntetechnik) konnten in den durchgeführten Versuchen gut entwickelte Zwischenfruchtbestände erzielt werden.
Ist eine Bodenbearbeitung vorgesehen, spielt der richtige Zeitpunkt eine entscheidende Rolle. Dabei sollte unbedingt auf eine ausreichende Abtrocknung des Bodens geachtet werden, um Schmierschichten und Verdichtungen zu vermeiden. Gleichzeitig gewinnt aufgrund der häufiger auftretenden Trockenphasen die Reduktion der Wasserverdunstung zunehmend an Bedeutung. Eine flache Bearbeitung kann helfen, die Verdunstung aus tieferen Bodenschichten zu verringern und die Befahrbarkeit der Fläche für eine eventuell folgende Wirtschaftsdüngerausbringung zu erhalten.
Durch die flache Bearbeitung können Erntereste eingemischt und Ausfallsamen zum Auflaufen gebracht werden. Ebenso können mit einer zwei- bis dreimal schräg zueinander durchgeführten flachen Bearbeitung Unkräuter mechanisch bekämpft werden. Dieser Effekt wird durch eine trockene, heiße Witterung gefördert.
Eine tiefere Bodenbearbeitung, maximal bis zur Krumentiefe, sollte nur bei ausreichend trockenem Boden erfolgen, da ansonsten leicht Verdichtungen und Schmierschichten entstehen können. Die tiefere Bearbeitung lockert den Boden stärker und befördert meist Feuchtigkeit aus tieferen Schichten des Bodens an die Oberfläche. Nach einer solchen Maßnahme ist es wichtig, dass der Boden abtrocknen kann, um die Befahrbarkeit zu fördern, ohne jedoch vollständig auszutrocknen. Ein zu starkes Austrocknen kann die Wasserversorgung nachfolgender Kulturen beeinträchtigen und den Feldaufgang erschweren. Durch einen rasch folgenden Anbau einer Zwischenfrucht nach dem Abtrocknen des Bodens kann die Feuchtigkeit für die Keimung und den Aufgang genutzt werden.
Bei zu feuchten Bedingungen empfiehlt es sich, mit der Bodenbearbeitung zuzuwarten und die geplante Bearbeitung neu anzupassen, um Strukturschäden zu verhindern. Zur Schonung der Bodenstruktur trägt auch die Reduktion der Arbeitsgeschwindigkeit bei den Bearbeitungsmaßnahmen bei. Eine Spatenprobe gibt Aufschluss über den Feuchtezustand des Bodens.