Finanzielle Sicherheit ist kein Zufall: Ein Onlinekurs stärkt Frauen am Land
Frauen in ländlichen Regionen stehen oft vor besonderen finanziellen Herausforderungen: Geringere Einkommen durch Teilzeitbeschäftigung, eingeschränkte Kinderbetreuung, traditionelle Rollenbilder und begrenzte Berufsperspektiven führen häufig zu einer finanziell unsicheren Zukunft - insbesondere im Alter.
Um Bäuerinnen für die eigene finanzielle Absicherung zu sensibilisieren, hat das Netzwerk Zukunftsraum Land in Kooperation mit der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik einen auf dieses Thema zugeschnittenen Online-Selbstlernkurs ins Leben gerufen. Dieser zeigt auf, wie Lebensentscheidungen die finanzielle Zukunft beeinflussen und welche Schritte frühzeitig gesetzt werden können, um Altersarmut vorzubeugen. Der Kurs ist für Einsteigerinnen konzipiert, sodass keine Vorkenntnisse nötig sind.
Claudia Prudic, Klinische und Gesundheitspsychologin, leitet den Kurs. Sie ist seit Jahren im Bereich Finanzbildung für Frauen tätig und spricht in fünf Modulen über Prägungen und wichtige Entscheidungen entlang der Lebensphasen (Kindheit/Jugend, Berufswahl, Partnerschaft, Elternschaft und Pension), die die finanzielle Absicherung bis ins Alter beeinflussen können. Jedes Modul umfasst zwei Lernvideos, ein Interview mit einer Frau aus der Praxis, praktische Tipps, Checklisten, weiterführende Materialien sowie ein Quiz.
Um Bäuerinnen für die eigene finanzielle Absicherung zu sensibilisieren, hat das Netzwerk Zukunftsraum Land in Kooperation mit der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik einen auf dieses Thema zugeschnittenen Online-Selbstlernkurs ins Leben gerufen. Dieser zeigt auf, wie Lebensentscheidungen die finanzielle Zukunft beeinflussen und welche Schritte frühzeitig gesetzt werden können, um Altersarmut vorzubeugen. Der Kurs ist für Einsteigerinnen konzipiert, sodass keine Vorkenntnisse nötig sind.
Claudia Prudic, Klinische und Gesundheitspsychologin, leitet den Kurs. Sie ist seit Jahren im Bereich Finanzbildung für Frauen tätig und spricht in fünf Modulen über Prägungen und wichtige Entscheidungen entlang der Lebensphasen (Kindheit/Jugend, Berufswahl, Partnerschaft, Elternschaft und Pension), die die finanzielle Absicherung bis ins Alter beeinflussen können. Jedes Modul umfasst zwei Lernvideos, ein Interview mit einer Frau aus der Praxis, praktische Tipps, Checklisten, weiterführende Materialien sowie ein Quiz.
Die Berufswahl prägt das Finanzleben
Grundsätzlich wirken sich alle Entscheidungen, die wir in den unterschiedlichen Lebensphasen treffen, nachhaltig auf die Altersvorsorge aus. Das beginnt beispielsweise bei der Berufswahl. Frauen wählen hierbei öfter einen Lehrberuf, der ein deutlich niedrigeres Einstiegsgehalt hat als Lehrberufe, die Männer wählen (z.B. Friseurin im Vergleich zu Metalltechniker).
Ebenso sind Frauen öfter und länger in Teilzeit beschäftigt als Männer. Das ist unter anderem auf die Betreuung der Kinder zurückzuführen. Die Teilzeitquote bei Frauen mit Kindern unter 15 Jahren liegt laut Statistik Austria aktuell bei 74%, bei Männern bei 7,7%.
Diese unterschiedlichen Gegebenheiten wirken sich langfristig deutlich auf die Altersvorsorge (insbesondere auf die Höhe der Pension) aus. Kärntens Landesbäuerin Astrid Brunner betont dazu im Interview mit Claudia Prudic, dass Bäuerinnen mehr Bewusstsein brauchen, dass sie selbst für ihre finanzielle Absicherung verantwortlich sind.
Im Interview gibt sie persönliche Einblicke wie sie und ihr Mann die Finanzen am Betrieb und im Haushalt handhaben. Sie meint dazu: “Wir arbeiten gemeinschaftlich am Betrieb, somit haben wir auch die rechtliche und finanzielle Absicherung gemeinschaftlich geregelt“. Auch Lisa Zanker, Jungbäuerin aus Niederösterreich berichtet im Onlinekurs offen über ihre Vereinbarungen mit ihrem Mann und wie sich die Familie darüber hinaus durch Wertpapiere und Zusatzversicherungen finanziell abgesichert hat.
Ebenso sind Frauen öfter und länger in Teilzeit beschäftigt als Männer. Das ist unter anderem auf die Betreuung der Kinder zurückzuführen. Die Teilzeitquote bei Frauen mit Kindern unter 15 Jahren liegt laut Statistik Austria aktuell bei 74%, bei Männern bei 7,7%.
Diese unterschiedlichen Gegebenheiten wirken sich langfristig deutlich auf die Altersvorsorge (insbesondere auf die Höhe der Pension) aus. Kärntens Landesbäuerin Astrid Brunner betont dazu im Interview mit Claudia Prudic, dass Bäuerinnen mehr Bewusstsein brauchen, dass sie selbst für ihre finanzielle Absicherung verantwortlich sind.
Im Interview gibt sie persönliche Einblicke wie sie und ihr Mann die Finanzen am Betrieb und im Haushalt handhaben. Sie meint dazu: “Wir arbeiten gemeinschaftlich am Betrieb, somit haben wir auch die rechtliche und finanzielle Absicherung gemeinschaftlich geregelt“. Auch Lisa Zanker, Jungbäuerin aus Niederösterreich berichtet im Onlinekurs offen über ihre Vereinbarungen mit ihrem Mann und wie sich die Familie darüber hinaus durch Wertpapiere und Zusatzversicherungen finanziell abgesichert hat.
Kommunikation ist alles
Bei beiden Bäuerinnen wird deutlich, dass eine offene Kommunikation in der Partnerschaft entscheidend ist. So sollten Frauen bereits vor der Heirat die wesentlichsten Punkte in Bezug auf ihre eigene Altersvorsorge ansprechen: Wie bin ich angemeldet und finanziell abgesichert? Wie wird das gemeinsam erwirtschaftete Geld zwischen den Ehepartnern aufgeteilt? Was passiert bei einer Trennung oder einem Todesfall? Wie sieht die Absicherung in der Pension aus?
Zanker hat sich früh mit ihrem Mann abgestimmt, wie sie in der Ehe und auch im Fall einer Scheidung die finanzielle Absicherung beider Ehepartner sicherstellen. Laut Finanzbildungsexpertin Prudic ist die Sache damit jedoch noch nicht erledigt. Paare sollten sich im Laufe der Jahre regelmäßig austauschen. Sie rät, ein bis zweimal im Jahr ein Finanzgespräch zu machen. Frauen sollten diese Gespräche einfordern, um abzuklären, was sich verändert hat und wo die finanzielle Absicherung verbessert werden könnte.
Zanker hat sich früh mit ihrem Mann abgestimmt, wie sie in der Ehe und auch im Fall einer Scheidung die finanzielle Absicherung beider Ehepartner sicherstellen. Laut Finanzbildungsexpertin Prudic ist die Sache damit jedoch noch nicht erledigt. Paare sollten sich im Laufe der Jahre regelmäßig austauschen. Sie rät, ein bis zweimal im Jahr ein Finanzgespräch zu machen. Frauen sollten diese Gespräche einfordern, um abzuklären, was sich verändert hat und wo die finanzielle Absicherung verbessert werden könnte.
Kritische Momente in Sachen Finanzen
In bäuerlichen Familien gibt es mehrere kritische Momente, die eine finanzielle Neuordnung bedürfen und die finanzielle Absicherung beeinflussen. Dazu gehört beispielsweise die Hofübergabe, die Elternschaft oder der Pensionsantritt. Während bei der Hofübergabe auch die finanzielle Absicherung der älteren Generation eine Rolle spielt, kommt es bei anderen Lebensphasen vor allem auf die partnerschaftlichen Entscheidungen des Paares an.
“Lebensqualität am Bauernhof“-Beraterin Angelika Wagner erklärt, dass sich Frauen immer bewusst machen sollen, wie sie ohne Erwerbstätigkeit abgesichert sind und ein eigenes Einkommen erwirtschaften, wenn der Betrieb selbst keine direkten Einnahmemöglichkeiten für sie bietet. Dies ist vor allem nach der Karenz ein wesentlicher Punkt. Laut Wagner gibt es hier neben einem eigenen Standbein am Betrieb wie z.B. Urlaub am Bauernhof auch die Möglichkeit, Teilzeit arbeiten zu gehen.
Gleichzeitig regt sie an, klassische Rollenbilder zu überdenken. "Es ist noch nicht selbstverständlich, dass der Vater zum Elternsprechtag geht. Für die Kinderbetreuung sind aber beide Elternteile verantwortlich“, so Wagner. Durch das Pensionssplitting können Männer ihre Frauen, die den Großteil der Care-Arbeit übernehmen, außerdem unterstützen, dass diese im Alter finanziell abgesichert sind.
“Lebensqualität am Bauernhof“-Beraterin Angelika Wagner erklärt, dass sich Frauen immer bewusst machen sollen, wie sie ohne Erwerbstätigkeit abgesichert sind und ein eigenes Einkommen erwirtschaften, wenn der Betrieb selbst keine direkten Einnahmemöglichkeiten für sie bietet. Dies ist vor allem nach der Karenz ein wesentlicher Punkt. Laut Wagner gibt es hier neben einem eigenen Standbein am Betrieb wie z.B. Urlaub am Bauernhof auch die Möglichkeit, Teilzeit arbeiten zu gehen.
Gleichzeitig regt sie an, klassische Rollenbilder zu überdenken. "Es ist noch nicht selbstverständlich, dass der Vater zum Elternsprechtag geht. Für die Kinderbetreuung sind aber beide Elternteile verantwortlich“, so Wagner. Durch das Pensionssplitting können Männer ihre Frauen, die den Großteil der Care-Arbeit übernehmen, außerdem unterstützen, dass diese im Alter finanziell abgesichert sind.
Wissen immer wieder auffrischen
Da in vielen Fällen das nötige Wissen fehlt, profitieren Frauen davon, sich mit anderen auszutauschen oder mit Beraterinnen bzw. Beratern der Landwirtschaftskammern oder der Sozialversicherungsanstalt der Selbstständigen (SVS) zu sprechen. Über Social Media, im Internet oder durch Bücher können sie sich darüber hinaus wertvolle Tipps holen, um beispielsweise Geld zu sparen, Kostenfallen zu reduzieren oder Schulden abzubauen.
Landjugend und Jungbauernschaft könnten jungen Frauen und Männern darüber hinaus helfen, sich mit Fragen der Absicherung und der eigenen Haltung auseinanderzusetzen. Redewettbewerbe oder Seminare von Lebensqualität am Bauernhof unterstützen dabei, partnerschaftliche Haltungen zu entwickeln und Lebensmodelle aktiv zu verhandeln.
Durch regelmäßige Fortbildungen erhalten Frauen außerdem das nötige Fachwissen, sodass sie gezielt Entscheidungen treffen können. So liefert der Onlinekurs “Finanzielle Absicherung für Frauen im ländlichen Raum“ nicht nur einen Erfahrungsaustausch mit Bäuerinnen, sondern auch Informationen unter anderem zu den unterschiedlichen Versicherungsmodellen, Karenz- und Pflegegeld, Kontoarten, Kinderbetreuungsgeld und Pensionssplitting.
Mit praxisnahen Beispielen, fachlichem Know-how und persönlichen Einblicken von Bäuerinnen bietet das Angebot eine wertvolle Unterstützung, um finanzielle Zusammenhänge besser zu verstehen und selbstbewusst Vorsorge zu treffen. So leistet der Kurs einen entscheidenden Beitrag dazu, Frauen im ländlichen Raum zu stärken und ihnen das Wissen an die Hand zu geben, das sie für ein selbstbestimmtes und finanziell abgesichertes Leben benötigen.
Landjugend und Jungbauernschaft könnten jungen Frauen und Männern darüber hinaus helfen, sich mit Fragen der Absicherung und der eigenen Haltung auseinanderzusetzen. Redewettbewerbe oder Seminare von Lebensqualität am Bauernhof unterstützen dabei, partnerschaftliche Haltungen zu entwickeln und Lebensmodelle aktiv zu verhandeln.
Durch regelmäßige Fortbildungen erhalten Frauen außerdem das nötige Fachwissen, sodass sie gezielt Entscheidungen treffen können. So liefert der Onlinekurs “Finanzielle Absicherung für Frauen im ländlichen Raum“ nicht nur einen Erfahrungsaustausch mit Bäuerinnen, sondern auch Informationen unter anderem zu den unterschiedlichen Versicherungsmodellen, Karenz- und Pflegegeld, Kontoarten, Kinderbetreuungsgeld und Pensionssplitting.
Mit praxisnahen Beispielen, fachlichem Know-how und persönlichen Einblicken von Bäuerinnen bietet das Angebot eine wertvolle Unterstützung, um finanzielle Zusammenhänge besser zu verstehen und selbstbewusst Vorsorge zu treffen. So leistet der Kurs einen entscheidenden Beitrag dazu, Frauen im ländlichen Raum zu stärken und ihnen das Wissen an die Hand zu geben, das sie für ein selbstbestimmtes und finanziell abgesichertes Leben benötigen.
Der Onlinekurs “Finanzielle Absicherung für Frauen im ländlichen Raum“ kann ortsunabhängig kostenlos unter https://www.zukunftsraumland.at/neuer-online-selbstlernkurs-zur-finanziellen-absicherung-von-frauen-im-laendlichen-raum/ absolviert werden.