Wettbewerb braucht Entlastung
Die von der Politik angekündigte
Senkung der Lohnnebenkosten
wird von der Wiener
Landwirtschaft ausdrücklich
begrüßt. Sie ist ein längst überfälliger
Schritt zur Entlastung
der Betriebe. Dennoch reichen
die bisher bekannten Maßnahmen
nicht aus, um die massiven
Wettbewerbsnachteile im
landwirtschaftlich arbeitsintensiven
Bereich – insbesondere
im Gartenbau, Weinbau und
anderen Sonderkulturen – wirksam
zu beseitigen.
Gerade in Wien, wo in den
Sonderkulturen insbesondere
der Erwerbsgartenbau und
Weinbau eine zentrale Rolle
spielen, sind Betriebe besonders
stark von hohen Arbeitskosten
betroffen. Lohnkosten machen
in vielen Produktionszweigen
bis zu 50 % der Gesamtkosten
aus. Gleichzeitig steht die Wiener
Produktion im direkten
Wettbewerb mit Importware
aus Ländern mit deutlich niedrigeren
Lohnkosten und günstigeren Rahmenbedingungen.
Die Folge: heimische Produkte
werden zunehmend vom
Markt verdrängt, Anbauflächen
gehen zurück und regionale
Wertschöpfung geht verloren.
Konsumenten greifen
heute vielfach zu Ware aus dem
Ausland, weil österreichische
Produkte preislich nicht mehr
konkurrenzfähig sind. Die Verantwortung
dafür liegt nicht
beim Lebensmitteleinzelhandel,
denn Kostensteigerungen
lassen sich nur begrenzt an die
Konsument:innen weitergeben,
insbesondere im Preiseinstiegssegment.
Auch in der Gastronomie
und Verarbeitung,
wo Herkunft oft nicht klar gekennzeichnet
ist, wird regional
erzeugte Ware immer häufiger
durch Importprodukte ersetzt.
Besonders betroffen sind
frische Gemüseprodukte, Verarbeitungsware
sowie Spezialkulturen.
Aber etwa auch der
Weinbau steht durch steigende
Kosten und globalen Wettbewerb
unter wachsendem Druck.
Andere EU-Staaten reagieren gezielt auf diese Herausforderungen. Modelle wie in Deutschland (kurzfristige Beschäftigung mit reduzierten Abgaben), Frankreich oder Italien schaffen spürbare Kostenvorteile und sichern die Wettbewerbsfähigkeit. Österreich hingegen weist weiterhin überdurchschnittlich hohe Lohnkosten auf – ein struktureller Nachteil, der ohne Gegenmaßnahmen zu weiterer Produktionsverlagerung führt.
Andere EU-Staaten reagieren gezielt auf diese Herausforderungen. Modelle wie in Deutschland (kurzfristige Beschäftigung mit reduzierten Abgaben), Frankreich oder Italien schaffen spürbare Kostenvorteile und sichern die Wettbewerbsfähigkeit. Österreich hingegen weist weiterhin überdurchschnittlich hohe Lohnkosten auf – ein struktureller Nachteil, der ohne Gegenmaßnahmen zu weiterer Produktionsverlagerung führt.
Unsere zentralen Forderungen
- Gezielte Senkung der Lohnnebenkosten für Saisonarbeitskräfte und kurzfristig Beschäftigte in der Landwirtschaft
- Einführung eines wettbewerbsfähigen Modells für kurzfristige Beschäftigung nach Vorbild erfolgreicher EU-Systeme (z. B. Deutschland, Südtirol)
- Spürbare Entlastung der Dienstgeberbeiträge, um arbeitsintensive Produktion abzusichern
- Faire Wettbewerbsbedingungen innerhalb der EU, um Produktionsverlagerungen entgegenzuwirken