Zwischenlösung beim Fernwärmepreis
Fernwärmepreis: Wichtige Zwischenlösung für das erste Halbjahr 2027 erreicht
Die vergangenen Monate
waren für die Wiener Gartenbaubetriebe
von intensiven
Verhandlungen rund um die
künftige Fernwärmeversorgung
geprägt. Das Verhandlungsteam
der Landwirtschaftskammer
Wien unter der Führung
von Kammerrat Karl Kasehs
bestand weiters aus Kammerrat
Kurt Ableidinger, Kammerrat
Christian Gattringer, Kammerrat
Karl Hopf, Kammerrat
Martin Schwarzinger sowie
Kammermitglied Christian
Schmidt. Alle Entscheidungen
und weiteren Schritte wurden
dabei im Team einstimmig beschlossen.
Unterstützt wurde
das Verhandlungsteam durch
Präsident Norbert Walter, KDir
Robert Fitzthum und Mag. Erik
Graham.
Darstellung der aktuellen Situation
Angesichts der weiterhin angespannten
wirtschaftlichen
Lage mit hohen Produktionskosten,
anhaltendem Preisdruck
und vielfach unzureichenden
Erzeugerpreisen bleibt
die Energieversorgung ein zentraler
Wettbewerbsfaktor für
Gartenbaubetriebe. Zusätzliche
Unsicherheit brachten geopolitische
Spannungen und steigende
Öl- und Gaspreise. Der
bestehende Fernwärme-Fixpreis
für 2025 und 2026 endet
mit Jahresende. Die von Wien
Energie vorgelegten Anschlussangebote
für ein oder zwei Jahre
lagen jedoch auf einem für
die Betriebe kaum tragbaren
Niveau und wurden innerhalb
kurzer Zeit mehrfach angepasst.
Die Landwirtschaftskammer
Wien machte die schwierige
wirtschaftliche Situation
der Betriebe deutlich und betonte
den Zusammenhang zwischen
Energiepreis und Energieeinsatz:
Günstigere Fernwärmepreise
ermöglichen eine
optimale Kulturführung und
führen zugleich zu höherem
Energieverbrauch sowie einer
besseren Auslastung des Fernwärmenetzes.
Diese Argumentation
wurde konsequent in die
Verhandlungen eingebracht.
Neben klassischen Fixpreismodellen
wurden auch ein Floating-
Tarif mit vierteljährlicher
Anpassung sowie ein dreijähriges
Optionsmodell geprüft.
Keines dieser Modelle stellte
jedoch eine zufriedenstellende
Lösung dar, zumal sich die angebotenen
Konditionen im Verlauf
der Verhandlungen weiter
verteuerten. Vor diesem Hintergrund
initiierten Präsident Norbert
Walter, und Kammerdirektor
Robert Fitzthum Gespräche
mit der Geschäftsführung von
Wien Energie sowie mit dem
Bürgermeister und zuständigen
Stadträten der Stadt Wien.
LK Wien interne Abstimmung aller Simmeringer Fernwärmebetriebe
Nach weiteren intensiven Gesprächen
der Landwirtschaftskammer
Wien mit Wien Energie
konnte schließlich ein neuer
Fix-Arbeitspreis ausverhandelt
werden. Um die Interessen
der betroffenen Betriebe bestmöglich
abzubilden, wurde
eine LK Wien interne Abstimmung
unter allen Simmeringer
Fernwärmebetrieben durchgeführt.
Dabei kam das Online
Abstimmungstool „CO-Agree“
der Wien Energie zur Anwendung.
Die Stimmen der Betriebe
wurden dabei entsprechend
der in den vergangenen Jahren
bezogenen Energiemengen gewichtet
und es wurde vom LK
Wien Verhandlungsteam intern
eine Mindest-Zustimmungsrate
in Höhe von 70% festgelegt.
Auf dieser Grundlage haben die
Fernwärmebetriebe dem neuen
Fixarbeitspreis mehrheitlich zugestimmt.
Das Angebot umfasst
einen fixen Arbeitspreis pro
MWh für den Zeitraum vom 1.
Jänner 2027 bis 30. Juni 2027
sowie die Möglichkeit, im gesamten
Jahr 2027 an einer Marketingkooperation
mit Wien
Energie teilzunehmen. Dabei
haben 92% aller abgebeben
Stimmen mit Ja gestimmt.
Keine Dauerlösung, aber wichtige Planungssicherheit
Aus interessenpolitischer
Sicht ist hervorzuheben, dass
die Vereinbarung nur eine Zwischenlösung
für das erste Halbjahr
2027 darstellt. Angesichts
der schwierigen Marktsituation
und wenig attraktiver Alternativangebote
ist die Einigung
dennoch wichtig. Sie schafft
kurzfristig Planungssicherheit
und erleichtert die Kalkulation
der Produktionskosten. Gleichzeitig
bleiben weitere Verhandlungen
für die Zeit danach notwendig,
um langfristig wettbewerbsfähige
Energiepreise
für den Wiener Gartenbau zu
sichern. Die Landwirtschaftskammer
Wien wird sich weiterhin
für wirtschaftlich tragfähige
Rahmenbedingungen einsetzen
und die Interessen der
Gartenbaubetriebe gegenüber
Wien Energie vertreten.