Auf die Weide, fertig, los!
Weidebeginn: Lieber früh, als zu spät
Die Ergebnisse einer solchen Reflexion sind oft sehr individuell und stark abhängig von den betrieblichen Voraussetzungen. Eine zeitige Frühjahrsbeweidung ist jedoch etwas, was sich im Allgemeinen sehr gut bewährt hat. Auch - oder gerade speziell - auf Steilflächen, wie jüngst Ergebnisse aus einem Projekt zeigen. Vorurteile, dass unter Berücksichtigung des jeweiligen Bodenzustandes eine Beweidung im Frühjahr den Pflanzenbestand sowie die Grasnarbe schädigen, sind längst überholt. Der Viehtritt und der Verbiss an den jungen Grünlandpflanzen regt den Bestand dazu an, sich an die Bedingungen anzupassen. Weidetaugliche Gräser wie das Englisches Raigras oder die Wiesenrispe haben die Eigenschaft, unter diesen Bedingungen stärker zu bestocken, also zusätzlich Triebe anzulegen. Für andere, unliebsame Arten wie scharfer Hahnenfuß oder Ampfer, kann dies hingegen eine Schwächung der Pflanze bedeuten.
Erst wenn der Futterzuwachs stark zunimmt, wird auf die in der Hautwachstumszeit benötigte Futterfläche eingegrenzt. Flächen, die nach der Beweidung zur Schnittnutzung bestimmt sind, werden anschließend mit Gülle gedüngt und die (spärlich vorhandenen und) frischen Kotstellen können mit der Wiesenegge eingerieben werden.
Erst wenn der Futterzuwachs stark zunimmt, wird auf die in der Hautwachstumszeit benötigte Futterfläche eingegrenzt. Flächen, die nach der Beweidung zur Schnittnutzung bestimmt sind, werden anschließend mit Gülle gedüngt und die (spärlich vorhandenen und) frischen Kotstellen können mit der Wiesenegge eingerieben werden.
Jeder Betrieb, der in irgendeiner Form die Weide am Betrieb durchführt, kann die Frühjahrsbeweidung auf hofnahen - auch schnittgenutzten - Flächen umsetzen. Der größte Fehler, der somit passieren kann ist, zu spät mit dem Weiden zu beginnen. Futterverluste, abrupte Futterumstellung sowie Futterverschmutzung sind dann nämlich die Folge.
Weiterentwicklung der Weidesysteme
Etwas anders verhält es sich bei der Wahl des Weidesystems. Hier gilt nicht immer, dass Altbewährtes auch in Zukunft noch das Richtige ist. Es ist betriebsindividuell genau zu prüfen, ob das vorhandene Weidesystem den aktuellen Anforderungen noch gerecht wird. Grund dafür sind vor allem die sich ändernden Witterungsbedingungen innerhalb der Vegetationszeiten, insbesondere in den Sommermonaten, in denen eine ausgewogene Niederschlagsverteilung immer seltener wird.
Die Kurzrasenweide zum Beispiel braucht solch regelmäßige Niederschläge, um ihr Potenzial ausspielen zu können. In Trockenphasen stößt sie schnell an ihre Grenzen, da das Graswachstum durch fehlenden Wurzeltiefgang rasch eingestellt wird. Damit muss beim Angebot der Weidefläche oder im Stall meist kurzfristig reagiert werden. Hier ist das Koppelweidesystem im Vorteil. Es bringt längere Weideruhephasen mit sich, die für eine ausreichende Wurzelbildung notwendig sind. Damit können sich auch trockentolerantere Arten besser im Bestand halten. Dazu zählen z.B. auch Horstgräser wie Timothe oder Wiesenschwingel, die kurze Kriechtriebe bilden können.
Auch mit Kräuterzusätzen wie der Weidezichorie oder dem Spitzwegerich werden erste Erfahrungen gesammelt. Versuche zeigen aber, dass diese Arten erst in trockenen Regionen (Ost-Österreich) oder bei längerer Trockenheit ertragswirksam werden. Hier gelangen diese Arten noch an Wasser, wo Gräser bereits ihr Wachstum eingestellt haben. In Gebieten mit guter Wasserversorgung hingegen geht dieser Effekt verloren, da diese Kräuter im Vergleich zu den Gräsern ein geringeres Ertragspotenzial aufweisen.
Die Kurzrasenweide zum Beispiel braucht solch regelmäßige Niederschläge, um ihr Potenzial ausspielen zu können. In Trockenphasen stößt sie schnell an ihre Grenzen, da das Graswachstum durch fehlenden Wurzeltiefgang rasch eingestellt wird. Damit muss beim Angebot der Weidefläche oder im Stall meist kurzfristig reagiert werden. Hier ist das Koppelweidesystem im Vorteil. Es bringt längere Weideruhephasen mit sich, die für eine ausreichende Wurzelbildung notwendig sind. Damit können sich auch trockentolerantere Arten besser im Bestand halten. Dazu zählen z.B. auch Horstgräser wie Timothe oder Wiesenschwingel, die kurze Kriechtriebe bilden können.
Auch mit Kräuterzusätzen wie der Weidezichorie oder dem Spitzwegerich werden erste Erfahrungen gesammelt. Versuche zeigen aber, dass diese Arten erst in trockenen Regionen (Ost-Österreich) oder bei längerer Trockenheit ertragswirksam werden. Hier gelangen diese Arten noch an Wasser, wo Gräser bereits ihr Wachstum eingestellt haben. In Gebieten mit guter Wasserversorgung hingegen geht dieser Effekt verloren, da diese Kräuter im Vergleich zu den Gräsern ein geringeres Ertragspotenzial aufweisen.
Aber nicht nur die Weidesysteme selbst werden im Wandel der Witterungsverläufe auf ihre Effizienz neu bewertet. Auch bei den Weidekonzepten wird es eine Weiterentwicklung geben, indem nicht mehr starr an einem Weidesystem festgehalten wird, sondern dieses je nach Bedarf im Jahresverlauf angepasst werden kann. So können zum Beispiel bestehende, gut etablierte Kurzrasenweideflächen im Frühjahr und Herbst, wo in der Regel noch ausreichend Wasser vorhanden ist, als solche intensiv genutzt werden.
In den trockenen Sommermonaten wird dann auf kurzzeitiges Bestoßen von höheren Aufwüchsen mit nachfolgend ausreichender Ruhepause umgestellt. Die Kurzrasenweide wird dadurch in der Trockenperiode geschont und erst bei einsetzendem Wachstum wieder regelmäßig bestoßen. Damit soll ein guter Kompromiss zwischen Weideeffizienz und Boden- bzw. Grasnarbenschonung gefunden werden.
In den trockenen Sommermonaten wird dann auf kurzzeitiges Bestoßen von höheren Aufwüchsen mit nachfolgend ausreichender Ruhepause umgestellt. Die Kurzrasenweide wird dadurch in der Trockenperiode geschont und erst bei einsetzendem Wachstum wieder regelmäßig bestoßen. Damit soll ein guter Kompromiss zwischen Weideeffizienz und Boden- bzw. Grasnarbenschonung gefunden werden.
Kurzrasenweide und Mischsysteme
Kurze Trockenperioden steht die Kurzrasenweide gut durch. Es sind jene Flächen, die nach rückkehrenden Niederschlägen als erstes wieder grün werden. Dies ist durch die intensive Durchwurzelung des Oberbodens zu begründen, wodurch das Wasser und der mineralisierte Stickstoff, der sich durch das fehlende Pflanzenwachstum während der Trockenperiode anreichern kann, rasch aufgenommen wird. In Regionen, wo Trockenperioden eher selten auftreten, muss daher das Weidesystem nicht immer fundamental umgestellt werden. Oft genügen schon kleinere Anpassungen. So haben sich zum Beispiel Mischsysteme aus Koppel- und Kurzrasenweide mittlerweile gut bewährt. Dabei wird die Fläche in 2-5 Koppeln unterteilt, zwischen denen in kurzen Abständen (z.B. täglich) rotiert wird. Die Aufwuchshöhe orientiert sich dabei mehr an jener der Kurzrasenweide. Das Nachspitzen der Gräser während der kurzen Ruhephase erhöht jedoch die Attraktivität des Weideaufwuchses für die Tiere, wenn diese in eine neue Koppel kommen.
Nachsaat auf Weideflächen
Eine Nachsaat von bestehenden Flächen ist dort notwendig und sinnvoll, wo Lücken entstanden sind oder erwünschte Arten in den Bestand eingebracht werden sollen. Bei Zweiterem sind für den Erfolg der Maßnahme vorher jedoch auch Lücken zu schaffen. Je nach Region, Bodenbedingungen und der entsprechenden Weidenutzung gibt es hierfür fertige Mischungen (z.B. Dauerweidemischung „G“, „H“ oder „NAWEI“ als Nachsaatmischung). Die Nachsaatmischung für intensiv geführte Kurzrasenweide „KWEI“ wird in Zukunft nicht mehr im Handel erhältlich sein. Hier empfiehlt sich, die wenigen an die intensive Nutzung angepassten Arten wie z.B. engl. Raigras und Wiesenrispe als Einzelkomponenten einzusäen. Bio-Betriebe müssen dabei auf die Genehmigung von konventionellem Saatgut achten, sofern im Biolandbau erlaubtes Saatgut nicht ausreichend zur Verfügung steht.
Weidehaltung bei automatischen Melksystemen (AMS)
Automatische Melksysteme (AMS) und Weidehaltung sind grundsätzlich gut miteinander vereinbar, wenn die betrieblichen Voraussetzungen stimmen und das Management konsequent angepasst wird. Entscheidend sind kurze Wege zur Weide sowie ein gezieltes Fütterungs- und Wassermanagement. Je nach Zielsetzung – höhere Melkfrequenz oder stärkerer Weideanteil – müssen Anreize geschaffen werden, damit Kühe regelmäßig sowohl die Weide aufsuchen als auch selbstständig zum Melken zurückkehren. Mit klaren Routineabläufen, technischer Unterstützung wie Selektionstoren und einer strategischen Flächenplanung kann auch ein hoher Weideanteil bis hin zur Vollweide mit AMS kombiniert werden.