Bio-Herbstanbau: Der Markt bietet gute Perspektiven
Das Erntejahr 2026 - Ein Rückblick
Die heurige Biogetreideernte brachte nur unterdurchschnittliche Erträge, aber, speziell bei Weizen, sehr gute Qualitäten. Ein Großteil der von den Bündlern übernommenen Ware dürfte Proteingehalte von über zwölf Prozent aufgewiesen haben. Regional gehäuft wurden wieder steinbrandbelastete Partien registriert. Für die kommende Saison wird von Marktexpert:innen ein Futtergetreidemangel prognostiziert.
Auch heuer trat Weizensteinbrand wieder verstärkt in Kerngebieten des Biospeiseweizenanbaus auf, wie im Wiener Becken und Weinviertel. Das zeigt, dass sich der Pilz zu einem dauerhaften Begleiter in Bioweizen entwickelt hat. Die Analyse der aktuellen Fälle bestätigt, dass mittlerweile nicht mehr die samenbürtige Komponente, sondern die Infektion über bodenbürtige Sporen im Vordergrund steht.
Auch heuer trat Weizensteinbrand wieder verstärkt in Kerngebieten des Biospeiseweizenanbaus auf, wie im Wiener Becken und Weinviertel. Das zeigt, dass sich der Pilz zu einem dauerhaften Begleiter in Bioweizen entwickelt hat. Die Analyse der aktuellen Fälle bestätigt, dass mittlerweile nicht mehr die samenbürtige Komponente, sondern die Infektion über bodenbürtige Sporen im Vordergrund steht.
Steinbrandbelastete Flächen - Was tun?
Die heuer sehr trockenen Böden erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer potenziellen Steinbrandinfektion beim Weizenanbau im Herbst. Je länger die Phase des Feldaufgangs bis zum Dreiblattstadium dauert, desto höher ist die Gefahr, dass der Brandpilz die Weizenpflanze besiedelt.
Ausreichend Bodenfeuchte
Daher sollte man Weizen oder Dinkel erst bei ausreichender Bodenfeuchte anbauen oder wenn entsprechende Niederschläge absehbar sind. Die Erfahrungen des Vorjahres zeigen auch, dass sehr späte Novembersaatzeiten hier keinen Vorteil bieten.
Eine Saatgutbehandlung mit Tillecur kann die Wahrscheinlichkeit einer Steinbrandinfektion über bodenbürtige Sporen reduzieren. Das bestätigte 2024 ein BioNet-Versuch auf einer steinbrandbelasteten Fläche in Stockerau. Die Behandlung von gesundem Weizensaatgut mit Tillecur reduzierte die Anzahl der aufwachsenden Brandähren im Bestand im Vergleich zu unbehandeltem Saatgut um die Hälfte.
Kein entspelztes Dinkelsaatgut
Die Spelzen sind offensichtlich eine natürliche Barriere und erschweren das Einwachsen des Brandpilzes in den Dinkelkeimling.
Im Zweifelsfall steinbrandtolerante oder steinbrandresistente Weizensorten
Steinbrandtolerant ist die Sorte Tillsano, steinbrandresistent die Sorte Aristaro. Beide sind agronomisch für den Bio-Anbau gut geeignet und lagen in den niederösterreichischen BioNet-Praxisversuchen 2026 auch ertraglich im Spitzenfeld. Speziell Aristaro kam mit den diesjährigen Abreifebedingungen sehr gut zurecht und zeichnete sich in den Versuchen der vergangenen Jahre durch hohe Proteinsicherheit und gute Beikrautunterdrückung aus.
Keinen Weizen oder Dinkel auf Flächen anbauen, die gesichert in höherem Ausmaß mit Steinbrandsporen belastet sind
Als alternative Wintergetreidearten bieten sich Wintergerste, Winterroggen oder Triticale an, bei denen unter Praxisbedingungen nicht mit einer Steinbrandinfektion zu rechnen ist. Auf derartigen Flächen sollte man den Anbau von Weizen und Weizenverwandten für drei bis vier Jahre meiden.
Biomarkt: Diversifizierte Anbauplanung möglich
Ein Großteil der Biomarktexpert:innen geht von einem Futtergetreidemangel für das kommende Jahr aus. Gerade auf potenziell steinbrandbelasteten Flächen sind daher die Perspektiven für den Anbau von Wintergerste oder Triticale günstig. Trockenheitsbedingt bildeten viele Körnerleguminosenbestände heuer kaum Wurzelknöllchen aus. Entsprechend niedrig dürfte auch der Vorfruchtwert dieser Bestände ausfallen. Auch auf derartigen Flächen wird Winterroggen oder Futtergetreide der Vorzug gegenüber Speiseweizen zu geben sein.
In Abhängigkeit von der Marktentwicklung kann hier im Frühjahr das Ausbringen organischer Handelsdünger zur Ertragssicherung interessant sein.
Biofuttermarkt weiter mit Körnerleguminosen unterversorgt
Die Nachfrage nach diesen Kulturen ist unverändert hoch und ein Anbau daher nicht nur aus Gründen des betrieblichen Stickstoffhaushalts sinnvoll. Die Erfahrungen der vergangenen Anbausaison haben gezeigt, dass sich sehr späte Novemberanbautermine für Wintererbse und Winterackerbohne in der Regel nicht bewähren. Die Kulturen sollten zumindest noch im Dezember auflaufen, um eine ausreichende vegetative Entwicklung zu ermöglichen.
Frühe Anbautermine vor Mitte Oktober erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer Nanovireninfektion mit entsprechender Beeinträchtigung der Bestandsentwicklung. Unter den trocken-heißen Bedingungen des heurigen Jahres haben frühreife Wintererbsentypen wie Flokon oder Furious, deutlich bessere Ertragsleistungen gebracht als die später abreifenden, hitzeempfindlichen Winterackerbohnen.
Frühe Anbautermine vor Mitte Oktober erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer Nanovireninfektion mit entsprechender Beeinträchtigung der Bestandsentwicklung. Unter den trocken-heißen Bedingungen des heurigen Jahres haben frühreife Wintererbsentypen wie Flokon oder Furious, deutlich bessere Ertragsleistungen gebracht als die später abreifenden, hitzeempfindlichen Winterackerbohnen.
Mischkulturen puffern Stress besser
Mischkulturen wie Wickroggen, Wicktriticale oder Wintererbse-Triticale können Stresssituationen besser abpuffern, haben ein deutlich geringeres Risiko für Nanovireninfektionen und unterdrücken außerdem Beikraut besser. Zu beachten ist, dass diese Bestände einen schwächeren Vorfruchtwert haben als Körnerleguminosenreinbestände.
Bei Luzerne aufgepasst
Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass Fruchtfolgen mit einem angepassten Luzerne- oder Feldfutteranteil von mindestens 10% deutlich resilienter sind. Aufgrund der Trockenheit war im heurigen Sommer auf einem Großteil der Flächen kaum eine sinnvolle Stoppelbearbeitung möglich und damit auch keine Flächenvorbereitung für einen zeitgerechten Luzerneanbau.
Die Luzerne entwickelt sich in der Jugend langsam. Deshalb kann sie bei einem Anbau nach der ersten Septemberwoche häufig nicht mehr die erforderliche Biomasse entwickeln, die sie für eine sichere Überwinterung benötigt.
Im Zweifelsfall werden Frühjahrsanbautermine sinnvoller sein, unter Umständen mit Deckfrucht.