Frauen vor den Vorhang
Steckbrief
Name: Barbara Weidenuaer
Betrieb: Weidenauer Jungpflanzen GmbH, 1220 Wien
Betriebsschwerpunkt: Produktion von Gemüsejungpflanzen und Kräutersetzlingen für Landwirt:innen und den Erwerbsgartenbau
Betrieb: Weidenauer Jungpflanzen GmbH, 1220 Wien
Betriebsschwerpunkt: Produktion von Gemüsejungpflanzen und Kräutersetzlingen für Landwirt:innen und den Erwerbsgartenbau
Welche drei Worte beschreiben Ihren Betrieb am besten?
Nischig – wenige Menschen
außerhalb der Branche wissen,
dass Jungpflanzen für die Versorgungssicherheit
mit Lebensmitteln
essenziell sind.
Serviceorientiert – wir sind
stetig in engem Austausch mit
Kund:innen und Lieferant:innen
– ein entscheidender Erfolgsfaktor
für die gute Qualität
unseres Produktes: die Pflanze
Empathisch – unser Fokus
liegt stark auf den Menschen im
Betrieb, Fairness und einem harmonischen
Betriebsklima – hier
soll und darf über emotionale
Themen gesprochen werden.
Welche Rolle spielen Sie am Betrieb – und worauf sind Sie besonders stolz?
Seit kurzem führen der Papa
und ich den Betrieb gemeinsam.
Vielen Aufgaben kommen hier
zusammen – wie er das früher
allein geschafft hat, bleibt mir
ein Rätsel. Die Entscheidung,
„nach Hause“ an den Betrieb zurückzukehren,
war eine schwierige
und emotional herausfordernde,
auch wegen meines hohen
Erwartungsdrucks an mich
selbst. Inzwischen habe ich viel
an mir gearbeitet, das zeigt Wirkung
und wird auch von außen
wahrgenommen.
Welche Herausforderungen erleben Frauen in der Landwirtschaft heute noch?
Man wird oft unterschätzt,
bei technischen Themen von
Männern exkludiert und übersehen.
Wir organisieren, halten
den Rücken frei, sorgen für
Harmonie und sind gute Zuhörerinnen.
Deshalb dürfen wir
uns nicht verstecken: treten wir
selbstbewusst vor den Vorhang
und sprechen über unsere Leistungen
und Expertisen.
Was würden Sie an der Landwirtschaft sofort ändern, wenn Sie könnten?
Die Wertschätzung der Berufsgruppe
gegenüber - „Bauern“
gelten in der allgemeinen
Meinung noch als engstirnig,
stur und weltfremd. Doch die
Branche hat viele Innovationen
getragen und sich gewandelt.
Wir haben viele Ideen, sind naturverbunden,
offen und lieben
unseren Beruf. Als Unternehmer:
innen meistern wir ein breites
Spektrum an privaten und
beruflichen Aufgaben, die in
dieser Branche oft eng verflochten
sind.
Welche Botschaft möchten Sie anderen Frauen in der Landwirtschaft mitgeben?
Sich immer wieder zu fragen,
ob ein Mann in dieser Situation
auf dieselbe Art behandelt werden
würde oder ob ein Mann
dieselbe Frage gestellt bekäme.
Auf dem Weg zur Emanzipation
müssen wir vertraute Rollenbilder
und Erwartungen konsequent
hinterfragen. Stärken
wir uns gegenseitig den Rücken,
glauben an unsere vielen Fähigkeiten
und nehmen wir selbstbewusst
den Platz ein, der uns
zusteht.