Raps hat Zukunft
Betrachtet man Ende Juni die Rapsnotierungen an der Euronext in Paris, so hat der Rapspreis seit Jänner 2026 um über 80 Euro/t für die kommende Ernte zugelegt. Der Rapspreis profitierte vor allem durch die gestiegenen Rohölpreise und die international stärkere Beimengung zu Biodieselkraftstoffen. Damit können die Rapsbauern in Oberösterreich mit einem RAPSO-Raps-Preis von brutto 600 Euro/t rechnen. Über die Ölmühlen der Maschinenringe werden Preise in ähnlicher Höhe ausbezahlt.
Grafik: Entwicklung Rapspreis an der MATIF, Paris, im ersten Halbjahr 2026
Erfreulich ist, dass in Oberösterreich die Anbauflächen bei Raps zur heurigen Ernte um 500 ha auf rund 7.400 ha gestiegen sind. Diese Entwicklung ist gegen den Bundestrend, wo die Rapsflächen mittlerweile auf 21.000 ha gesunken sind. In Oberösterreich wurden im Vorjahr bei integrierter Produktion durchschnittlich 4.000 kg/ha geerntet. Mit rund 30.000 t kommen bereits über 40% der österreichischen Rapsproduktion aus Oberösterreich. Man kann damit behaupten, dass der Rapsanbau in Oberösterreich funktioniert und das trotz der stark eingeschränkten Pflanzenschutzmöglichkeiten. Winterraps zählt aktuell zu den deckungsbeitragsstärksten Ackerkulturen, bleibt aber eine Kultur für Spezialisten.
Die Referenten der Pflanzenbauabteilung haben wieder eine Reihe von interessanten Artikeln zum bevorstehenden Rapsanbau zusammengestellt:
Abschließend wünschen wir ein interessantes Studium unserer Schwerpunktnummer Raps und gutes Gelingen beim Anbau im Herbst 2026.
- Ackerbaureferent Matthias Kastenhuber verweist in seinem Beitrag "Gelber Hoffnungsträger in der Fruchtfolge" auf die ausgezeichnete Vorfruchtwirkung von Raps. Entscheidend für den Erfolg sind bereits die Maßnahmen vor der Saat, wie Fruchtfolgeabstand, Bodenbearbeitung und Strohmanagement. Der Grundsatz "Saatbett vor Saatzeit" wird dabei besonders betont.
Neben Empfehlungen zur Kulturführung gibt Kastenhuber Tipps zur Sortenwahl. Er zeigt, dass neben Ertragsleistung auch Eigenschaften wie Krankheitsanfälligkeit und Winterhärte entscheidend sind. Die Übersicht aktueller Hybrid- und Liniensorten bietet eine wichtige Orientierung für die Sortenwahl. Zudem werden Empfehlungen zu Saatstärke und Bestandesführung gegeben. Die Anpassung an Standort und Saattermin wird klar hervorgehoben. Insgesamt wird deutlich, dass moderne Sorten bei richtiger Führung ein hohes Potenzial besitzen. - Im Beitrag "Wachstumsregler regen das Wurzelwachstum an" erklärt Hubert Köppl die Bedeutung der Bestandesregulierung im Herbst. Wachstumsregulatorisch wirkende Fungizide verbessern die Winterhärte und verhindern ein unerwünschtes Aufstängeln. Gleichzeitig fördern sie die Wurzelentwicklung und stärken den Bestand für das Frühjahr. Der richtige Einsatzzeitpunkt spielt dabei eine zentrale Rolle. Auch die Bekämpfung von Phoma wird angesprochen. Die praxisnahen Hinweise unterstützen eine gezielte Bestandesführung.
- Mit "Rapserdflöhe konsequent kontrollieren" beleuchtet Köppl eine der größten Herausforderungen im Rapsanbau. Er beschreibt die Schadwirkung der Käfer und ihrer Larven sowie die Notwendigkeit einer laufenden Kontrolle. Neben Saatgutbeizen werden aktuelle Bekämpfungsstrategien und neue Wirkstoffe vorgestellt. Auch die Problematik von Resistenzen wird thematisiert. Schwellenwerte und Monitoringmethoden helfen bei der Entscheidungsfindung.
- Ein weiterer Beitrag von Köppl behandelt Schnecken sowie den Herbizideinsatz im Herbst. Er zeigt den Einfluss von Witterung und Saatbett auf das Auftreten von Schnecken und empfiehlt regelmäßige Kontrollen. In der Unkrautbekämpfung werden erweiterte Herbststrategien vorgestellt. Besonders berücksichtigt werden Auflagen in Wasserschutzgebieten und im ÖPUL-Programm. Ziel ist eine wirksame und umweltgerechte Bestandesführung. Die praxisnahen Empfehlungen unterstützen eine sichere Anwendung.
- Im Artikel "Winterraps - ein guter Gülleverwerter!" beschreibt Alexander Schmid die Bedeutung einer ausgewogenen Düngung. Raps verfügt bereits im Herbst über ein hohes Nährstoffaufnahmevermögen und eignet sich gut zur Nutzung organischer Dünger. Neben Stickstoff werden auch weitere Nährstoffe wie Phosphor, Kalium, Schwefel und Bor erläutert. Ein kräftiges Wurzelwachstum steht dabei im Mittelpunkt. Zudem werden gesetzliche Vorgaben und Gewässerschutzaspekte behandelt. Der Beitrag verbindet fachliche und ökologische Anforderungen.
- Die ökologische Rolle wird im Beitrag "Raps als Nahrung für Bienen" von Theresia Frühwirth hervorgehoben. Raps stellt eine der wichtigsten Trachtquellen im Frühjahr dar und liefert reichlich Nektar und Pollen. Diese fördern die Entwicklung starker Bienenvölker. Gleichzeitig profitieren auch Landwirte durch bessere Bestäubung und höhere Ertragssicherheit. Damit wird einmal mehr das gemeinsame Interesse von Rapsbauern und Imkern sichtbar.
- Abschließend analysiert Martin Bäck die aktuelle Entwicklung des Rapsanbaus in Oberösterreich. Er zeigt, dass die Anbauflächen wieder zunehmen und wirtschaftliche Rahmenbedingungen günstiger geworden sind. Gute Erträge der vergangenen Jahre bestätigen das Potenzial der Kultur. Auch die Preisrelation spricht aktuell für den Rapsanbau. Zudem wird die Bedeutung für die Fruchtfolge hervorgehoben. Winterraps bleibt damit ein wichtiger Bestandteil eines erfolgreichen Ackerbaus.
Abschließend wünschen wir ein interessantes Studium unserer Schwerpunktnummer Raps und gutes Gelingen beim Anbau im Herbst 2026.