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Soja hat Potential

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12.01.2026 | von Matthias Kastenhuber, BA

Soja ist aktuell eine sehr interessante Kulturart im Ackerbau. Für einen erfolgreichen Anbau ist aber einiges zu beachten.

Auch bei der Sojabohne gelten in vielen Punkten ähnliche Grundsätze wie im Maisanbau. Nasse Bodenbearbeitung und Aussaat sollten konsequent vermieden werden. Abhängig von der Vorfrucht ist daher ausreichend Geduld bei der Bodenbearbeitung gefragt, um Ver-schmierungen zu verhindern. Ernterückstände, etwa Maisstroh, können das Abtrocknen der Flächen verzögern. Gleichzeitig bietet eine gezielte Bodenbearbeitung die Möglichkeit, die erste Unkrautwelle frühzeitig zu regulieren.

Für das Saatbett gilt auch im Sojaanbau die bewährte Regel „so fein wie nötig, so grob wie möglich“. Ein zu feines Saatbett begünstigt Verschlämmung und Erosion nach der Aussaat. Gleichzeitig sollte die Bodenoberfläche so beschaffen sein, dass eine gleichmäßige und si-chere Wirkung der Herbizide gewährleistet bleibt.

Die Aussaat der Sojabohne sollte bei ansteigenden Temperaturen erfolgen. Zu frühe Saat-termine bergen das Risiko von Kälteeinbrüchen, die zu Ausfällen und Lücken im Bestand füh-ren können. Für einen raschen und gleichmäßigen Feldaufgang ist eine Bodentemperatur von mindestens 10 °C erforderlich. Die Ablagetiefe liegt – abhängig von der Bodenfeuchte – bei etwa 3 bis maximal 4 cm. Entscheidend ist dabei, dass das Saatgut in einer festen und aus-reichend feuchten Bodenschicht abgelegt wird.

Knöllchenbakterien gezielt unterstützen

Damit Sojabohnen ihr Ertragspotenzial ausschöpfen können, sind funktionierende Knöllchenbakterien unerlässlich. Diese Bakterien ermöglichen der Pflanze die Nutzung von Luftstickstoff und leisten damit einen wesentlichen Beitrag zur N-Versorgung. Da Soja in unseren Breiten keine heimische Kultur ist, fehlen die passenden Bakterienstämme im Boden und müssen über das Saatgut eingebracht werden.
Auch wenn das Saatgut bereits werkseitig geimpft ist, kann die Wirksamkeit der Bakterien durch Lagerung und Transport eingeschränkt sein. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, das Saatgut unmittelbar vor der Aussaat nochmals frisch zu impfen. Diese Maßnahme hat sich auch auf Flächen mit regelmäßigem Sojaanbau bewährt. Versuche der Landwirtschaftskammer Oberösterreich zeigen, dass sich durch den Einsatz unterschiedlicher Impfmittel im Durchschnitt Mehrerträge von 5 bis 10 Prozent erzielen lassen, in einzelnen Fällen auch deutlich darüber. In der Praxis stehen dafür sowohl flüssige Präparate als auch Granulate zur Verfügung.
Für die Frühjahrssaison 2026 bringt die Saatbau Linz mehrere Sojasorten mit der Saatgutbehandlung Turbosoy® Injected (TI) auf den Markt. Bei diesem Verfahren wird das Inokulat direkt in das einzelne Sojasaatkorn eingebracht. Dadurch soll eine zusätzliche Beimpfung am Betrieb entfallen und die Handhabung für die Praxis vereinfacht werden.
 
Feldaufgang Sojabohne.jpg © LK OÖ/ Kastenhuber
© LK OÖ/ Kastenhuber

Reifegruppe und Reifenote sind entscheidend

Das Anbaujahr 2025 hat erneut gezeigt, wo die Grenzen der einzelnen Reifegruppen liegen. Ausreichende Niederschläge in Kombination mit im Vergleich zu den Vorjahren eher kühler Witterung führten insbesondere in Randlagen des Sojaanbaus zu teils erhöhten Erntefeuchtigkeiten. Umso wichtiger ist eine konsequent standortangepasste Sortenwahl.
 
Sojaanbau ist auch in Grenzlagen gut möglich, sofern passende Reifegruppen gewählt werden. In absoluten Randlagen wie dem Seengebiet oder dem Mühlviertel haben sich frühe Sorten der Reifegruppe 0000 sowie der Reifegruppe 000 bis Reifnote 2 bewährt. Beispiele dafür sind die Sorten Acassa, ARIETTA, ABACA oder GL Melanie.
 
Im Alpenvorland konnten im Jahr 2025 vor allem Sorten mit den Reifnoten 3 und 4 überzeugen. Diese erreichten auch unter durchschnittlichen Witterungsbedingungen eine gut beherrschbare Erntefeuchtigkeit. In diesem Segment bewährten sich unter anderem AKUMARA, AFORIA, Paprika, ADELFIA und AZOLIA.
 
In besonders begünstigten Lagen Oberösterreichs sind neben Sorten der Reifegruppen 0000 und 000 auch spätere Sorten aus der Reifegruppe 00 anbaubar. Dazu zählen beispielsweise ALGEBRA, Astronomix, Simpol oder ATACAMA.
Neben der Reifegruppe gewinnen weitere Sorteneigenschaften wie Standfestigkeit zunehmend an Bedeutung.
 
Die genannten Sorten stellen lediglich eine Auswahl dar. Eine fundierte Entscheidungsgrundlage für den oberösterreichischen Sojaanbau bieten die Landessortenversuche der Landwirtschaftskammer Oberösterreich. Detaillierte Ergebnisse sind im Versuchsportal unter https://www.lko.at/versuch abrufbar. Ergänzend liefern die Ergebnisse der AGES-Sortenversuche sowie die beschreibende Sortenliste der AGES wertvolle Orientierungshilfen.
 

Sortenwahl mit System statt Bauchgefühl

Bei der Auswahl geeigneter Sojasorten helfen mehrere bewährte Zugänge. Sinnvoll ist es, zumindest auf einem Teil der Fläche weiterhin eine betrieblich erprobte Sorte anzubauen und diese direkt mit neuen Sortenkandidaten zu vergleichen. Solche Praxisvergleiche liefern wertvolle Erkenntnisse für die Sortenentscheidung im kommenden Jahr.
 
Zusätzliche Orientierung bieten die Ergebnisse der Sortenzulassung durch die AGES sowie die Landessortenversuche der Landwirtschaftskammern. Die AGES-Ergebnisse waren zum Redaktionsschluss noch nicht verfügbar, werden aber nach Veröffentlichung über die Website der AGES und LK-Online zugänglich sein.
Eine umfassende Übersicht zu allen Sojaversuchen der Landwirtschaftskammer Oberösterreich steht darüber hinaus im Versuchsportal zur Verfügung.
 
.png © LK OÖ/ Kastenhuber
© LK OÖ/ Kastenhuber

Versuchsergebnisse 2025

Die Sojabohne erreichte in den Landessortenversuchen 2025 an allen Standorten sehr gute Ertragsniveaus. Die Versuche wurden an drei Standorten in Oberösterreich durchgeführt: in St. Peter am Hart und Pasching als Streifenversuche mit wiederholten Standardsorten sowie in Bad Wimsbach als Exaktversuch mit vierfacher Wiederholung. In Bad Wimsbach wurde der Versuch zusätzlich in ein frühes und ein spätes Reifesegment unterteilt, um das Verhalten unterschiedlich reifer Sorten unter identischen Standortbedingungen vergleichen zu können.
Am Standort St. Peter am Hart lag der Durchschnittsertrag bei 4.742 kg/ha bei einer Erntefeuchtigkeit von 13,8 %. Die höchsten Erträge erzielten hier die Sorten Simpol (RWA) und Aforia (Probstdorfer Saatzucht). In Pasching wurde mit durchschnittlich 4.864 kg/ha bei 16,4 % Feuchtigkeit das höchste Ertragsniveau der drei Standorte erreicht. Als ertragsstärkste Sorten erwiesen sich Astronomix (RWA) und Algebra (Saatbau Linz).
 
Der Exaktversuch in Bad Wimsbach zeigte deutliche Unterschiede zwischen den Reifesegmenten. Im frühen Segment lag der Durchschnitt bei 4.801 kg/ha bei 16,8 % Erntefeuchte. Hier erzielten Arietta und Aurelina (beide Saatbau Linz) die besten Ergebnisse. Im späteren Reifesegment wurde ein Durchschnittsertrag von 4.355 kg/ha bei 24,1 % Feuchtigkeit erreicht. Die höchsten Erträge lieferten in diesem Segment Algebra und Ancagua (beide Saatbau Linz).
 
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