Überlegungen zum Herbstanbau 2026
Manche Standorte, vor allem in Teilen des Innviertels bis rauf in den Raum Rohrbach, hatten Glück und bekamen immer wieder lokale Gewitterregen ab, was bei Wintergerste, aber auch Winterweizen zum Teil wieder hohe Erträge brachte. Viele Regionen Oberösterreichs wurden allerdings ab Mitte Juni massiv von der Dürre in Griff gehalten und die Getreideerträge fielen, vor allem auf Schotterböden, mit bis zu -70% Ertragsminderung deutlich ab.
Die Wintergerste fiel heuer in erster Linie wegen der Frühjahrstrockenheit nur durchschnittlich im Ertrag aus. Die Abreife erfolgte im Juni parallel zur ersten Hitzewelle und brachte neben perfektem Druschwetter, gute Hektolitergewichte und geringe Wassergehalte im Erntegut. Der Winterweizendrusch startete in der zweiten Juliwoche und brachte abgesehen von guten Druschbedingungen, hohen Hektoliter- und Proteinwerten bereits stärkere Ertragseinbußen von durchschnittlich -10%.
Gute Böden versorgten die Bestände auch bei Trockenheit
Ebenso wie bei Triticale und Roggen blieben aber die Erträge besser als viele erwartet haben, was wiederum zeigt, dass Oberösterreich ein Standort mit hoher Ertragsstabilität ist. Interessant ist, dass die Gersten- und Weizenerträge auf tiefgründigen Böden, trotz ausbleibendem Regen, wie beispielsweise im Linzer Zentralraum, erstaunlich gute Erträge lieferten. Für Oberösterreichs Getreidebäuerinnen und -bauern heißt es damit klar wieder auf standortangepasste Sorten, wassersparende Bodenbearbeitung, gute Produktionstechnik, zwischenfruchtbetonte Fruchtfolgen, regelmäßige Kalkung und ausgewogene Nährstoffversorgung zu achten. Gut versorgte und schonend behandelte Böden sind das Kapital, auf dem der Getreidebau auch in Zukunft aufbaut.
Trockenheit sorgte für hohe Blatt- und Ährengesundheit
Einen großen Vorteil hat die Trockenheit dem Getreidebau mit einer hohen Blattgesundheit beschert. Vor allem der Biolandbau konnte davon profitieren, dass unter diesen Bedingungen kaum Pilzkrankheiten auftraten. Auch die vom Pflanzenschutzreferat vorgenommenen Untersuchungen zur Mykotoxinbelastung (DON-Werte) blieben, selbst nach reduzierter Bodenbearbeitung nach Vorfrucht Mais, auf sehr niedrigem Niveau.
Schwerpunktnummer mit wertvollen Tipps zum Herbstanbau
Ackerbaureferent Matthias Kastenhuber beschreibt in seinem folgenden Artikel, dass die Grundlage für erfolgreiche Ernten bereits unmittelbar nach der Ernte der Vorfrucht gelegt wird. Anhand der Erfahrungen des trockenen Jahres 2026 zeigt er, wie wichtig eine standortangepasste Bodenbearbeitung, ein sorgfältiges Ernterückstandsmanagement sowie der richtige Saatzeitpunkt sind. Zudem gibt er konkrete Empfehlungen zur Sortenwahl bei Wintergerste, Roggen, Triticale und Winterweizen und zeigt auf, wie Betriebe ihre Bestände widerstandsfähiger gegenüber Trockenstress und Wetterextremen machen können.
Weiters gibt Bioackerbauberaterin Petra Doblmair in ihrem Beitrag einen Überblick über die aktuellen Sortenempfehlungen für den biologischen Herbstanbau. Vorgestellt werden bewährte und leistungsstarke Sorten bei Getreide, Körnerleguminosen und Winterraps. Darüber hinaus informiert sie über die aktuelle Marktsituation im Biobereich sowie über wichtige Änderungen bei den Bestimmungen zum Einsatz von konventionellem Saatgut in Biobetrieben.
Pflanzenschutzreferent Hubert Köppl beschreibt zum Thema Herbizidbehandlungen die Herausforderungen der Herbstunkrautbekämpfung nach dem Auslaufen des Wirkstoffs Flufenacet. Er zeigt auf, welche vorbeugenden Maßnahmen künftig noch stärker an Bedeutung gewinnen und welche Alternativen für die Bekämpfung von Problemgräsern wie Ackerfuchsschwanz und Weidelgräsern zur Verfügung stehen. Besonderes Augenmerk legt er auf Fruchtfolge, Saatzeitpunkt und Bodenbearbeitung als zentrale Bausteine eines nachhaltigen Ungrasmanagements. Ebenso erläutert Hubert Köppl in einem weiteren Artikel, wie sich das Risiko von Viruskrankheiten im Wintergetreide wirksam reduzieren lässt. Im Mittelpunkt stehen die Rolle von Blattläusen und Zikaden als Virusüberträger sowie die Bedeutung später Saattermine, resistenter Sorten und einer gezielten Bestandeskontrolle. Der Beitrag zeigt, welche Maßnahmen bereits im Herbst entscheidend sind, um Ertragsverluste im Frühjahr zu vermeiden.
Abschließend informiert Boden- und Wasserschutzreferent Franz Xaver Hölzl über die aktuellen Vorgaben zur Herbstdüngung und deren Bedeutung für den Schutz des Grundwassers. Er erklärt die geltenden Sperrfristen, Düngeobergrenzen und ÖPUL-Auflagen und zeigt auf, wann eine Herbstdüngung aus pflanzenbaulicher Sicht sinnvoll ist. Darüber hinaus behandelt er die Rolle von Zwischenfrüchten, die richtige Nährstoffversorgung von Winterkulturen sowie die Bedeutung ausreichender Lagerkapazitäten für Wirtschaftsdünger.
Mit dieser Schwerpunktnummer erfolgt seitens der Referenten der Abteilung Pflanzenbau zeitgerecht zur Herbstbestellung eine kompakte und praxisnahe Informationen zu den wichtigsten pflanzenbaulichen Entscheidungen für den Herbstanbau. Wir wünschen allen Lesern ein interessantes Studium der Fachartikel.
Weiters gibt Bioackerbauberaterin Petra Doblmair in ihrem Beitrag einen Überblick über die aktuellen Sortenempfehlungen für den biologischen Herbstanbau. Vorgestellt werden bewährte und leistungsstarke Sorten bei Getreide, Körnerleguminosen und Winterraps. Darüber hinaus informiert sie über die aktuelle Marktsituation im Biobereich sowie über wichtige Änderungen bei den Bestimmungen zum Einsatz von konventionellem Saatgut in Biobetrieben.
Pflanzenschutzreferent Hubert Köppl beschreibt zum Thema Herbizidbehandlungen die Herausforderungen der Herbstunkrautbekämpfung nach dem Auslaufen des Wirkstoffs Flufenacet. Er zeigt auf, welche vorbeugenden Maßnahmen künftig noch stärker an Bedeutung gewinnen und welche Alternativen für die Bekämpfung von Problemgräsern wie Ackerfuchsschwanz und Weidelgräsern zur Verfügung stehen. Besonderes Augenmerk legt er auf Fruchtfolge, Saatzeitpunkt und Bodenbearbeitung als zentrale Bausteine eines nachhaltigen Ungrasmanagements. Ebenso erläutert Hubert Köppl in einem weiteren Artikel, wie sich das Risiko von Viruskrankheiten im Wintergetreide wirksam reduzieren lässt. Im Mittelpunkt stehen die Rolle von Blattläusen und Zikaden als Virusüberträger sowie die Bedeutung später Saattermine, resistenter Sorten und einer gezielten Bestandeskontrolle. Der Beitrag zeigt, welche Maßnahmen bereits im Herbst entscheidend sind, um Ertragsverluste im Frühjahr zu vermeiden.
Abschließend informiert Boden- und Wasserschutzreferent Franz Xaver Hölzl über die aktuellen Vorgaben zur Herbstdüngung und deren Bedeutung für den Schutz des Grundwassers. Er erklärt die geltenden Sperrfristen, Düngeobergrenzen und ÖPUL-Auflagen und zeigt auf, wann eine Herbstdüngung aus pflanzenbaulicher Sicht sinnvoll ist. Darüber hinaus behandelt er die Rolle von Zwischenfrüchten, die richtige Nährstoffversorgung von Winterkulturen sowie die Bedeutung ausreichender Lagerkapazitäten für Wirtschaftsdünger.
Mit dieser Schwerpunktnummer erfolgt seitens der Referenten der Abteilung Pflanzenbau zeitgerecht zur Herbstbestellung eine kompakte und praxisnahe Informationen zu den wichtigsten pflanzenbaulichen Entscheidungen für den Herbstanbau. Wir wünschen allen Lesern ein interessantes Studium der Fachartikel.
Links zum Thema
- Die Getreideernte 2026 ist großteils abgeschlossen. Dennoch werden bereits jetzt die entscheidenden Weichen für eine erfolgreiche Ernte 2027 gestellt.
- Die Herbstunkrautbekämpfung hat sich in feuchteren Anbaulagen nicht nur in Gerste zum Standard entwickelt. Auf Standorten mit herbizidresistenten Problemgräsern (Ackerfuchsschwanzgras, Raygräser) besteht nur im Herbst die Möglichkeit, diese zu bekämpfen. Heuer gibt es zum letzten Mal die Möglichkeit, Produkte mit dem Wirkstoff Flufenacet einzusetzen. Deshalb kommt vorbeugenden Maßnahmen noch mehr Bedeutung zu.
- In den vergangenen beiden Jahren gab es kaum Befall mit Verzwergungsviren im Wintergetreide. Der Anbau erfolgte in der Regel später, es wurden mehr resistente Wintergerstensorten angebaut und wenn Blattläuse über der Bekämpfungsschwelle auftraten, wurde eine Behandlung durchgeführt. Aus den Untersuchungen im Rahmen des Ausfallgetreide-Virenmonitorings geht deutlich hervor, dass die Blattläuse aber auch Zikaden in Oberösterreich mit Viren belastet sind.
- Die Stickstoffdüngung im Herbst ist ein sensibles Thema: Einerseits soll die Entwicklung der Kulturen abgesichert werden, andererseits gilt es, Nährstoffverluste und Gewässerbelastungen zu vermeiden. Klare gesetzliche Vorgaben - insbesondere durch die Nitrat-Aktionsprogramm-Verordnung (NAPV) - schaffen hier den Rahmen.
- Die N-Düngung im Herbst ist auf ein Mindestmaß zu reduzieren, um unnötige Nitratauswaschungsverluste ins Grundwasser zu vermeiden. Die Nitrat-Aktions-Programm-Verordnung (NAPV) schreibt diesbezüglich Zeiträume vor, in denen keine stickstoffhaltigen Düngemittel ausgebracht werden dürfen. Strengere Sperrfristen im GRUNDWasser 2030 verfolgen dieses Ziel. Ausreichender Lagerraum für Wirtschaftsdünger ist dafür eine Grundvoraussetzung.
- Im biologischen Ackerbau zeichnet sich eine stabile Marktsituation ab, die Lager sind durchwegs leer und die Nachfrage nach Biogetreide ist gut.